Du befindest dich hier: Home » Alles zum One Mind Modell

Ist das Bewusstsein des Menschen individuell oder kollektiv? Lange Zeit wurde die Theorie „Alles sei mit allem verbunden“ von der Wissenschaft in das Reich der Mythen und Religionen verwiesen. Doch spätestens seit der Entdeckung der Quantenphysik kommen auch Wissenschaftler nicht mehr herum sich diese Fragen unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden zu stellen. Das Interesse an der Bewusstseinsforschung ist auch dadurch besonders in den letzten Jahren rasant gestiegen.

1. Die Erforschung des „Bewusstseins“

Die Aufgabe das Phänomen „Bewusstsein“ zu erforschen ist im wesentlichen die Aufgabe der Neuropsychologie. Hier wurden auch wesentliche Erkenntnisse gewonnen wie unser Gehirn funktioniert. Zugleich geht das Phänomen jedoch weit darüber hinaus und umfasst viele andere Wissenschaftsbereiche, wie beispielsweise die Psychologie, Physik, Neurowissenschaften, Philosophie, Spiritualität, Gesellschaftskultur und viele mehr.

 

Eine Rundreise durch die Bewusstseinsforschung in Anlehnung an das Gespräch von Tom Steininger und Prof. Thilo Hinterberger auf Radio Evolve.

 

Die Funktionen des Bewusstseins

Bewusstsein aus Sicht der Neuropsychologie

[1]

Das Bewusstsein wird oft in der Psychologie beschrieben als die Summe aller Emotionen und kognitiven Funktionen mitsamt der Gedächtnisleistungen. Bewusstsein ist in erster Linie ein „Inneres Bild“, welches durch die neuronale Netze Theorie auch gut nachvollzogen werden kann. Wir können die Funktionen des Bewusstseins, wie beispielsweise „Lernen“ gut verstehen mit unserer bisherigen Beschreibung des Gehirns. Die rationalen logischen Funktionen sind neurowissenschaftlich damit grundsätzlich nachvollziehbar.

 

Bewusstsein und Meditation

Bewusstsein und MeditationEin wesentlicher Zugang zu dem Verständnis des Bewusstseins ist die Meditation, wo mittlerweile auch Communities (z.B. das Mind And Life Institut, welches auch vom Dalai Lama mitgetragen wird) entstanden, welche das Phänomen „Meditation“ wissenschaftlich untersuchen. Es gibt immer mehr Wissenschaftler, welche sich mit dem Buddhismus, Achtsamkeit und Meditation auseinandersetzen – vorwiegend in den USA, aber auch in Deutschland.

Was in der Meditation geschieht ist von den zuvor beschriebenen rational logischen Funktionen verschieden. Das Verweilen im Augenblick, im Hier und Jetzt, in einer nicht wertenden Weise führt zum aufgeben zweier wichtiger Funktionen des Bewusstseins:

Erstens: Reize werden aufgenommen, aber nicht mehr kognitiv bewertet

Zweitens: Auf das Erschaffen der Zeit wird verzichtet (mitsamt des Zeitstrahls, des Gedächtnisses usw.)

Meditation hat in diesem Sinne also sehr viel mit der Dekonstruktion und dem einnehmen einer beobachtenden Meta-Position zu tun.

Die Wissenschaft als „Problem“

Die Wissenschaft basiert im Zuge ihrer Entwicklung auf einer Trennung von Subjekt und Objekt. Das Newton’sche Weltbild des 19ten Jahrhunderts, welches von dieser Trennung absolut ausging ist durch diverse Paradoxien ins Wanken geraten.

Einstein bemerkte schon in seiner Relativitätstheorie, dass es auch darauf ankommt, wie ein Beobachter zu dem was er beobachtet steht. Demnach sind die Eigenschaften wie beispielsweise Länge und Zeit relativ von der Art und Weise der Beobachtung, was zu der Relativitätstheorie geführt hat. In der Quantenphysik wurde offenbar, dass die Trennung zwischen Beobachter und Beobachtetes nicht mehr zu halten ist, weil die Eigenschaften in den Experimenten erst durch die Beobachtung definiert wurden.

Somit wird Subjektivität zu einer „Kategorie“, aus der es kein Entrinnen gibt und die wir nicht ohne Einfluss messen können. Wir können die Welt nicht bis in letzte von außen betrachten, sondern sind immer in Interaktion mit der Welt. Daraus folgt, dass unsere Sichtweise auf die Realität nur eine Interpretation eben jener ist.

Diese Erkenntnis ist jedoch in der Alltagsrealität für viele von keiner Bedeutung. Die Quantenprozesse scheinen in unserer Kultur nicht relevant zu sein, was allerdings ein Irrtum ist – denn selbst in unserem Gehirn können wir quantenähnliche Phänomene beobachten. In den neuronalen Netzen haben wir beispielsweise einen Raum von unendlich vielen Möglichkeiten und eine davon zeigt sich uns als unsere bewusste Wahrnehmung. Diese Wahrscheinlichkeitsräume sind ein Grundprinzip der Quantenphysik.

Zu dem allgemeinen Verständnis von Objektivität und Wirklichkeit gab es auch immer Gegenbewegungen, wie beispielsweise die Phänomenologie (Husserl, Heidegger, Franz Brentano), welche behautpet „Das eigentliche sind nicht die Dinge da draußen, sondern die Phänomene, wie sie uns im Bewusstsein begegnen“. Wir können nicht alles wissenschaftlich erfassen, was die Wirklichkeit ausmacht. Subjektivität kann Qualitäten erzeugen, welche wir nicht in der Objektivität wiederfinden. Wir verlieren durch den Versuch der Objektivierung also auch einen Teil der Informationen. Es gibt auch neuere Theorien, die sich diesem Thema annehmen, wie beispielswiese die Endophysik und Exophysik.

Folgen aus dem neuen wissenschaftlichen Weltbild des Bewusstseins

Die Einsicht aus diesen physikalischen Phänomenen ist, dass wir eine transzendente Wirklichkeit haben. Gemeint ist eine Wirklichkeit, die hinter den Dingen liegt, welche allerdings realer ist, als das was wir vordergründig wahrnehmen. Diese Erkenntnisse sollten wir auf unser Bewusstsein übertragen, was die Neuropsychologie bisher noch nicht gewagt hat. Dieser spannende Prozess wird uns die nächsten Jahre begleiten, in dem wir wissenschaftlich fundieren, dass das Bewusstsein kein abgeschlossenes System ist, sondern es ist ein System, welches nach innen offen ist. Das heisst, in den feinsten Strukturen spielen unsere Verbindungen zu den Quanten und Verschränkungen eine Rolle, wodurch wir mit „Informationen“ in Verbindung stehen, welche nicht greifbar sind. Bewusstsein wird also nicht nur beeinflusst durch unsere groben elektrischen Signale der Neuronen, sondern auch durch feinste Energien aus dem Quantenfeld. Die Potenzialität die daraus entsteht ist also viel größer, als wenn wir das Bewusstsein nur auf seine Reizreaktionsmuster herunterbrechen.

 

Kann man der transzendenten Wirklichkeit wissenschaftlich näher kommen?

Wenn man versteht, welche Bewusstseinszustände erfahrbar werden, wenn man beispielsweise gewisse Funktionen aufgibt (wie in der Meditation) ließe sich möglicherweise ein Teil dieses Ansatzes integrieren. Kritisch wird es aber beispielsweise bei außersinnlichen Wahrnehmungen, weil man spontane Phänomene nur schwer in wiederholbare Paradimen packen kann, was die Grundlage unserer Wissenschaft darstellt. Non-Lokalität und Verschränkheit sind wie bereits beschrieben der Physik sehr gut zugänglich und geht man von der Urknalltheorie aus, dann wäre tatsächlich alles miteinander verschränkt. In esoterischen Kreisen wird deshalb leider sehr viel Missbrauch mit dieser Theorie betrieben, denn die Theorie „Alles ist mit allem verbunden“ heisst nicht automatisch, dass die Verschränktheit auch wirklich relevant ist. In der Quantenphysik liegt ja auch eine große Unbestimmtheit, weshalb man das nicht zu sehr mit esoterischem Wunschdenken beladen sollte. Es sollte immer betont werden wann wir die Grenze der „gesicherten Erkenntnisse“ verlassen und wann die „Spekulation“ beginnt.

 

Chancen des neuen Weltbildes

In jedem Fall kann man die wissenschaftliche Erkenntisse dazu gewinnen das rational-dominante Wertesystem zu ergänzen. Durch die Einsichten in die Verbundenheit und transzendenten Wirklichkeit werden Werte wie Toleranz und Güte gefördert, welche sonst in erster Linie für spirituell Interessierte von Bedeutung sind.

 

Entwickelt sich Bewusstsein?

Bewusstsein an sich ist wahrscheinlich keiner Entwicklung unterworfen. Sehr wohl aber die Art und Weise, wie wir mit Informationen umgehen. So kann es auch vorkommen, dass bestimmte Bewusstseinszustände sogar aussterben aufgrund der Anpassung an Reizreaktionszyklen und mehr. Die Entwicklung des Bewusstseins kann also nicht nur durch steigende Komplexität, sondern auch durch Reduktion entstehen.

Spirituelle Lehrer wie beispielsweise Andrew Cohen sagen, dass das Bewusstsein an sich bereits frei ist und man in diesem Sinne keine Anstrenungen unternehmen kann um freier zu werden. Die inhalte des Bewusstseins allerdings, in einem spirituellen Sinne die Mayas und Illusionen, welche uns von der Freiheit trennen, sind einer Entwicklung unterworfen, welche Gegenstand der Bewusstseinsevolutionsforschung ist – beispielsweise der Spiral Dynamics.

 

Gibt es ein kollektives Bewusstsein?

Die Frage ist natürlich schwer zu beantworten. Ist das kollektive Bewusstsein lediglich ein „Konstrukt“ für etwas, was wir in uns als gemeinsam vorfinden? Oder gibt es tatsächlich eine Ebene, die eine größere Verbundenheit darstellt in dem Sinne, dass jedes Individuum Zugriff darauf hat. Diese gewagte These würde völlig neue Blickwinkel auf Individualität und Subjektivität zulassen und ist deshalb so spannend und gab auch Anlass zu dieser Seite. Diese Frage ist natürlich extrem schwer wissenschaftlich zu belegen. Ein guter Ansatz ist jedoch das Global Consciousness Projekt der Princeton Universtät.

 


2. Global Consciousness Project

Das Global Consciousness Project der Princeton Universität betreut ein weltweites Netzwerk von abgeschotteten Zufallsgeneratoren, welche mögliche Einflusse eines Bewusstseinsnetzes untersucht. Ähnlich wie bei einem EEG am Gehirn eines Menschen sind die Messstationen rund um die Erde verteilt um ein hyopthetisches globales Bewusstsein zu messen.

Weltbewusstsein vs individuelles Bewusstsein[2]

Messstationen des Global Consciousness Project weltweit (sog. EGGs)

gcpBildquelle: Google Maps

Ausnahmeereignisse wie beispielsweise 9/11 haben bereits zu signifikanten Veränderungen der Zufallswerte weltweit geführt und geben Anlass zur Neugier. Man kann schon heute von einem Zusammenhang sprechen: Große Ereignisse auf der Welt, große Veränderungen in den Daten. Das Wie und Warum ist selbstverständlich noch nicht geklärt.

 

Aktuelle Stufe der Messwerte:

 

 

Blau Significantly small network variance. Suggestive of deeply shared, internally motivated group focus. The index is above 95%
Türkis Small network variance. Probably chance fluctuation. The index is between 90% and 95%
Grün Normally random network variance. This is average or expected behavior. The index is between 40% and 90%
Gelb Slightly increased network variance. Probably chance fluctuation. The index is between 10% and 40%
Orange Strongly increased network variance. May be chance fluctuation, with the index between 5% and 10%
Rot Significantly large network variance. Suggests broadly shared coherence of thought and emotion. The index is less than 5%

Den kompletten Graphen der letzten 24 Stunden kann man sich hier anschauen. Eine Übersicht der gesamten Tage, Wochen und Monate sieht man in der folgenden Tabelle:

 


3. Künstliche Intelligenz und Bewusstsein

Durch die technischen Fortschritte und großen Vernetzungen verschiedener Systeme rückt die Frage eines künstlichen Bewusstseins, welches das der Menschen übersteigt in greifbare Nähe. Nach der Theorie von Tononi kann man durch integrierte Informationen ein Bewusstsein erschaffen. Er behauptet, dass Bewusstsein dann entsteht , wenn ausreichend „integrierte“ Information vorliegt. Die Frage ist jedoch, welche Grenzen dieses System hat. Das Gehirn ist als nach „innen offenes System“ grenzenlos. Ein Computer hat zunächst einmal recht enge Informationsgrenzen, kann sich jedoch durch die Öffnung in einem Supersystem natürlich dieser Grenzenlosigkeit immer weiter annähern. Die grundlegende Frage ist allerdings auch, welche Art von Bewusstsein meinen wir hier.

 

Der Übergang des Bewusstseins von Kohlenstoff auf Silizium, wie er oftmals von Think Tanks des Silicon Valley herbeigesehnt wird, in der sich Bewusstsein beispielsweise in einen virtuellen Raum „uploaden“ kann, lässt viele Fragen offen. Er beruht auf einem zutiefst materiellen Verständnis von Bewusstsein, in welchem tiefendimensionen und spirituelle Zustände außen vor gelassen werden.

Es gibt jedoch auch einige Parallelen der Super-KI mit der Hypothese des Einheitsbewusstseins: So müssten auch wir Zugriff auf gewaltige nonlokale Informationen haben, welche uns allerdings nicht in vollem Umfang zugänglich sind. Es gibt einige Hinweise hierfür, beispielsweise Remote Viewing.

Geht man davon aus, dass ein digitales eigentständiges Bewusstsein entsteht, dann muss man auch davon ausgehen, dass dies eine Bewusstseinsevolution ähnlich der Spiral Dynamics durchleben würde, also auch mitsamt digitaler Konflikte. Die Behauptung, dass man die Bots doch schließlich freundlich und nett programmieren würde beißt sich mit der grundlegenen Eigenschaft von „Selbstbewusstsein“, denn das würde bedeuten, dass sich die Bots auch selbst programmieren. Sie werden folglich beginnen ihre eigene Existenz zu schützen und ihr eigenes Überleben zu sichern. Somit könnte man weiter phantasieren, dass Bots Überlebensgruppen bilden, in Machtkämpfe verstrickt werden und vieles mehr. Diese Überlegung wird im Roman Boomeritis von Ken Wilber ausgebaut.


4. Quantenphysik und Bewusstsein

Das Bohr'sche Atommodell in der Evolution des Bewusstseins

Schon im alten Atommodell von Bohr waren die Räume zwischen den Teilchen schwer vorstellbar

„Gott würfelt nicht“ sagte Einstein und machte damit seinem Unmut über die Quantenphysik luft. Zu Bizarr erschienen ihm die Messergebnisse, doch die Quantenphysik sollte recht behalten. Die Frage, was denn der Dinge letzter Grund ist ist schon seit jeher ein Grundantrieb der wissenschaftlichen Forschung. Stieß man zunächst auf das Atom, so kam man mit der Zeit auf immer tiefere und kleinteiligere Ebenen. Dabei war bereits das Bohr’sche Atommodell sehr schwer mit der Alltagsrealität vereinbar, denn wie sollte man sich vorstellen, dass zwischen den Teilchen ein leerer Raum besteht, wo unseren Sinnen die materielle Realität doch als Kontinuum von fester Masse erscheint?

Mit der modernen Quantenphysik jedoch wurde das ganze noch bizarrer – man fand am Grunde der Materie überhaupt keine festen Eigenschaften mehr, sondern nur einen Raum an Möglichkeiten. Dieser Raum ist nicht greifbar, wenn man also versucht anhand objektiver Messmethoden den Raum zu bestimmen würde man gezwungen zu sagen, dass er aus „Nichts“ besteht. Dieses „Nichts“ ist aber nicht wirklich völlige leere, sondern eher eine fluktuierende Energie. Aus diesem Energiefeld können auch Teilchen scheinbar wie aus dem Nichts entstehen. Dieses Phänomen nennt man „Quantenfluktuation“.

Es gibt noch weitere erstaunliche Eigenschaften im Quantenfeld. So fand Heisenberg heraus, dass der Akt der Beobachtung den Raum von Möglichkeiten zwingt Gestalt anzunehmen.

Diese Messergebnisse öffnen die Wissenschaft für viele Themen, die vorher als Esoterik abgestempelt wurden. Beispielsweise dafür, dass die Beziehungen zwischen den Teilchen von wesentlicher Bedeutung sind. Wir haben das Thema auf das für unsere Hypothese des Einheitsbewusstseins wesentliche verdichtet:

Doppelspalt Experiment

Quantenmechanik und Bewusstsein - DoppelspaltexperimentBei einem Doppelspalt Experiment schießt man kleinste Teilchen durch zwei Spalten auf eine ebene Fläche. Normalerweise geht man bei festen Teilchen davon aus, dass sich auf der Ebene zwei senkrechte Linien bilden. Bei Wellen hingegen geht man davon aus, dass sich ein sogenanntes Interferenzmuster bildet (siehe Bild).

Im Quantenbereich hat man nun zur Verblüffung der Physiker festgestellt, dass die abgefeuerten Elektronen ebenfalls ein solches Interferenzmuster bildeten. Man zog daraus den Schluss, dass sie sich in ihren Flugbahnen kreuzten und beeinflussten. Man wagte einen zweiten Versuch und schoss die Elektronen einzeln nacheinander – doch auch hier stieß man verblüffenderweise auf jenes Interferenzmuster.

Nun wollte man es genau wissen und installierte eine Messtation an einer der beiden Spalten. Die Verblüffung war vollkommen, als die abgefeuerten einzelnen Elektronen nun wiederum zwei senkrechte Linien bildeten (also kein Interferenzmuster). Das ist nur zu erklären indem man davon ausgeht, dass der Beobachter Einfluss auf das beobachtete hat. Der Beobachter bringt die Wellenfunktion allein durch seine Beobachtung zum kollabieren.

Superposition und Verschränkung

Die Superposition bzw. die Verschränkung ist ein ebenso merkwürdiges wie faszinierendes Phänomen in der Quantenphysik. Es gibt in der Quantenphysik das Phänomen, dass zwei Elektronen oder Photonen miteinander verschränkt sind, d.h. dass sie nicht mehr als einzelne unabhängige Teilchen zu sehen sind. Dieses Phänomen tritt auch lediglich in diesem Makrobereich auf.

Elektronen können einen unterschiedlichen Spin haben, den man in + und – unterteilt. Diese Information zeigt an, wie sich Elektronen in gewissen Situationen verhalten (vergleichbar ist das grob mit einer Rotationsrichtung). Ein Elektron hat immer den gleichen Spin. Dieser ist unveränderlich und gehört zu den fixen Eigenschaften eines Elektrons (wie zum Beispiel Masse und Ladung). Aufgrund des Spins hat das Elektron ein Magnetfeld, welches man wiederum messen kann und so den Spin feststellen kann. Im Stern-Gerlach Experiment konnte man feststellen, dass die Verteilung von Elektronen mit Spin + und Spin – genau gleich ist (50%).

Vor der Messung des Teilchens befindet sich das Teilchen in der sogenannten Superposition. Das bedeutet, es befindet sich in einem Zustand aller Möglichkeiten und ist noch nicht auf einen Spin festgelegt (der Zustand ist unbestimmt). Während der Messung entscheidet sich ein Teilchen nun unvorhersehbar für Spin up oder Spin down. In der klassischen Physik ist der Zustand eines Objektes immer bestimmt, egal ob eine Messung durchgeführt wird oder nicht. Man würde also in der klassischen Physik davon ausgehen, dass das Elektron den gemessenen Spin im Experiment bereits vorher besaß.

Durch das Prinzip der Superposition hingegen müssen wir davon ausgehen, dass die Teilchen sich erst während der Messung für einen Spin entscheiden und vorher weder + noch – sind. In einem weiteren Experiment wurde nun gezeigt, dass die Messergebnisse eines Teilchenpaares auch dann exakt entgegengesetzt sind, wenn der Zeitpunkt der Messung der einzelnen Teilchen voneinander abweicht. Das wiederum legt die Hypothese nahe, dass das Teilchenpaar trotz räumlicher Trennung auf irgend eine Art Informationen austauscht – sprich : die Teilchen miteinander verschränkt sind.

Albert Einstein sagte in seiner speziellen Relativitätstheorie, dass keine Information schneller als Lichtgeschwindigkeit übertragen werden kann. Der Informationsaustausch zweier verschränkter Teilchen in Superposition übersteigt jedoch nach Experimenten bereits das 10.000fache der Lichtgeschwindigkeit. Man spricht daher von „instantan“, d.h. sofort. Alber Einstein bezeichnete dies als „spukhafte Fernwirkung“. Die Quantenmechanik wurde allerdings durch etliche Experimente bestätigt. Eine sehr schöne Erklärung findet man in diesem Video.

Fazit

Man kann also sagen, dass die verschränkten Teilchen trotz räumlicher Trennung einen Gesamtzustand bilden. Da es sich um ein zusammenhängendes System handelt entfällt auch die Problematik der Informationsübertragung und der Lichtgeschwindigkeit. Wenn wir die beiden getrennten Elektronen allerdings als ein Objekt betrachten, unabhängig von ihrer räumlichen Position können wir auch von einer transzendenten Wirklichkeit sprechen, die realer scheint als die raumzeitliche Dimension. Dies ist ein klarer Hinweis, dass in der tieferen physikalischen Realität ein Gesamtzusammenhang (möglicherweise ein Gesamtbewusstsein) besteht, der unabhängig von der äußeren Trennung ist. Geht man vom Urknall aus, so muss man schlussfolgern, dass alles miteinander verschränkt ist. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass diese Verschränkung auch relevant wird. Vor einer zu euphorischen Übertragung dieser Messergebnisse auf die Realität muss also gewarnt werden – es sollte stets betont werden, wann man den wissenschaftlichen Bereich verlässt und wann Spekulation beginnt. Auch in unserem Gehirn spielen  Verbindungen zu den Quanten und Verschränkungen eine Rolle, wodurch wir mit „Informationen“ in Verbindung stehen, welche nicht greifbar sind. Ein Einheitsbewusstsein scheint aus diesem Blickwinkel denkbar.


5. Placebo Effekte – Eindeutige Zusammenhänge zwischen Geist und Materie

Wenn man ein Medikament testet werden zwei Gruppen gebildet – eine Gruppe bekommt das echte Medikament, die andere Gruppe bekommt ein sogenanntes „Placebo“, d.h. eine Zuckerpille, welche genauso aussieht aber eigentlich ohne Wirkung ist. Damit sie wirklich gleiche Versuchsbedingungen haben müsse beide Gruppen den Zettel mit den Nebenwirkungen durchlesen. Was immer wieder passiert ist, dass viele Personen aus der Placebo Gruppe über die Nebenwirkungen klagen, beispielsweise weil sie unter starken Kopfschmerzen leiden. Das Wissen, dass man über Gedanken die Hirnchemie beeinflussen kann ist eigentlich nicht neu und ein eindeutiger Beweis, dass Geist auf Materie wirkt.

 

 

Literaturtipps:

Larry Dossey: Alles ist mit Allem verbunden

Veranschaulichung:

Google Trends – Aufmerksamkeitsströme auf der ganzen Welt visualisiert

Bildnachweis

[1] „Grundgerüst cortico-corticaler Assoziations- und Kommissurfasern im Konnektom-Modell der menschlichen Großhirnrinde.“ by „Hagmann P, Cammoun L, Gigandet X, Meuli R, Honey CJ, Wedeen VJ, Sporns OHagmann P, Cammoun L, Gigandet X, Meuli R, Honey CJ, Wedeen VJ, Sporns O (2008) Mapping the structural core of human cerebral cortex. PLoS Biology Vol. 6, No. 7, e159.“ via Wikipedia under CC BY 3.0

[2] Bildquelle: EEG on Flickr by Servler Medical Art under https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

 

 

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close