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Susanne Bäumer: Eindrücke des „One Mind“

Ein Text von Susanne Bäumer:
Meine persönliche Entwicklung wird nie enden. Wenn ich aber heute auf meine bisherige Reise zu mir zurückschaue, weiß ich, warum ich mich so viele Jahre unglücklich fühlte und ich mich und andere so lieblos behandeln konnte.

 

Ich begann schon in frühster Kindheit, aus meinen Erfahrungen in meiner nächsten Umgebung ein Bild über mich, über die anderen und die Welt zu stricken. Da ich die anderen und die Welt als getrennt von mir wahrnahm – so hatte ich es zu Hause gelernt –, lernte ich schon früh, richtig und falsch, intelligent und dumm, gut und schlecht zu unterscheiden. Unbewusst hatte ich mich für das Falschsein entschieden. In der Folge verhielt ich mich passenderweise zögerlich und

ängstlich; ich fühlte und dachte mich minderwertig, was meine Wahrnehmung von mir und den anderen bestätigte. Heute bezeichne ich mein Konstrukt (mein Schöpfungsprodukt) als »Gestrüpp«. In diesem selbst gestrickten Wahrnehmungskorridor fühlte ich mich zu Hause und richtete mich in meiner Komfortzone ein. Ich produzierte bekannte Störungsmuster wie Depressionen, Ängste und Erschöpfung.

Für mich ist es fatal, wie heimtückisch dies unbewusst funktioniert, ohne dass ich bemerke, dass wir dies zusammen als eine Verschachtelung von ineinandergreifenden Systemen herstellen.

Diese formten sich im Laufe der Zeit zu einer Gewohnheit. Und Routinen bestehen aus Systemen von Verhaltensmustern, die sich aufrechterhalten wollen. Diese Dynamik betrifft alles Verhalten – auch Krankheiten und Gesundheit. Habe ich mich erst einmal in einem System eingerichtet, zum Beispiel krank, unglücklich oder ein Außenseiter zu sein, halte ich – zusammen mit meiner Umwelt, die ich ja in Wirklichkeit auch bin und beeinflusse – dieses Konstrukt aufrecht. Für mich ist es fatal, wie heimtückisch dies unbewusst funktioniert, ohne dass ich bemerke, dass wir dies zusammen als eine Verschachtelung von ineinandergreifenden Systemen herstellen.  Mein Geist ist Schöpfer meiner Wirklichkeit. Allein meine große Sehnsucht nach Gesundheit und Zugehörigkeit kreierte mir einen Weg heraus aus meinem »Gestrüpp«. Als ob ein großer Herzenswunsch die Kraft beinhaltet, mir einen Weg zu etwas Neuem zu erschaffen.  

Beflügelt durch mehr Freude und Wissen ließ ich nicht locker und erwachte schließlich in der neuen Erfahrung des »Ich bin alles«.

Ich fand auf meinen Wegen Erkenntnisse und Maßnahmen für mehr innere und äußere Gesundheit.

Beflügelt durch mehr Freude und Wissen ließ ich nicht locker und erwachte schließlich in der neuen Erfahrung des »Ich bin alles«. Ich fühlte mich überwältigt von dieser neuen Ebene des Bewusstseins. Ich bin also das Bekannte und das Fremde, das Gesunde und das Kranke auf der Welt – und alles, was ich scheinbar vorfinde. Auch Du und Es. Ich weiß heute, dass wir aus demselben »Stoffballen«, aus demselben Stoff geformt sind. Ohne Ausnahme. Weiter erkenne ich, dass jedem Einzelnen von uns noch unzählbar mehr intelligentes Potenzial zur Verfügung steht, das darauf wartet, von uns »in-formiert« zu werden. Ein unendliches Brachland, aus dem alles Neue gebaut werden kann. Meiner Meinung nach haben wir alles, was »ist«, hergestellt. Unsere Fantasie erklärt sich das Universum. Es gibt kein Untersuchungsergebnis ohne den Beobachter. Unsere Logik und unsere Erfahrung reichen nicht aus, um diese Wahrheit zu begreifen. Wir alle zusammen »stricken« uns unsere Welt, die sich aus Milliarden von Einzel-Weltvorstellungen zusammensetzt, die sich in jeder Sekunde wandeln. Ähnlich einem Megatraumbild, das nie richtig zu erfassen und zu verstehen ist. Es bleibt immer bloß eine Annäherung an das Eigentliche. Sobald ich konkret um mich herumschaue, sehe ich, wie alles zusammenhängt und ein Lebensfeld bildet. Es verändert sich unaufhörlich im Zusammenspiel des Ganzen. Wenn ich mich an diese Wahrheit erinnere, erkenne ich mein »Gestrüpp« und das des anderen.

Ich erkenne manchmal mit Entsetzen und manchmal mit Lachen, wie klein ich und du uns machen. Wie eng wir unsere »Puppenstuben« bauen, die wir für die große Wahrheit und Wirklichkeit halten. Es ist für mich sogar »gesund«, wenn ich mich in meiner Puppenstube unglücklich fühle und schmerzvolle Symptome entwickele.


Entnommen aus „Raus aus dem Gestrüpp„, Susanne Bäumer, S.6-9

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Published on: 19/04/2015

Filed Under: Inspiration, Meinung, Psychologie

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