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Unabhängige Medien

Das neue Medienzeitalter ist noch sehr jung: erst seit 1996 ist das Internet langsam zum Massenmedium geworden. Seit 2005 verwenden wir Youtube, seit 2007 Smartphones. Im Zusammenhang dazu kam es zu einem kontinuierlichen Rückgang der Leserschaft von den großen Mainstream Medien. Somit wurde auch die einseitige Deutungshoheit der Mainstream Medien durch eine vielseitiges Spektrum an Meinungen abgelöst. Dadurch kommt es jedoch auch zu einer Orientierungskrise in deren Spannungsfeld heute der Rezipient steht. Was also braucht es im Umgang mit modernen Medien um sich umfassend und möglichst objektiv zu informieren:

Tipps zum Umgang mit Medien

> ein möglichst breites Spektrum an Meinungen einholen (plurale Medienlandschaft)

> Medienpropaganda erkennen anhand von Aufrufen zu Gewalt, Enthumanisierung von Bevölkerungsgruppen und einem klarem Täter-Opfer Narrativ

> Chronologische Abfolge von Ereignissen insbesondere in Zusammenhang mit Krieg, Gewalt, Putsch hinterfragen

> Auf die Autoren achten und ihre generellen Positionen zu verschiedenen Themen im Hinterkopf behalten

> Erkennen, dass es in der Außenpolitik nicht um Menschenrechte, sondern um geopolitische Interessen geht

> Komplexität zulassen (keine Schwarz/Weiss Brandmarkung annehmen, sich nicht Identifizieren)

> Erkennen, dass ein wesentliches Instrumentarium der Außenpolitik die Lüge ist um die Meinung der Bevölkerung für imperiale Interessen zu gewinnen

> Erkennen, dass wir Teil eines US-Imperiums sind mit einem Machtgefälle und einer Außenpolitikagenda ohne demokratischen Konsens

> Zusammenhänge durch Hintergrundwissen erarbeiten (Bücher, welche über das Newsformat hinausgehen)

> Sich mit anderen austauschen und nicht vor Pauschalurteilen (Verschwörungstheorie, Fake News etc.) zurückschrecken

> Gute Inhalte teilen, liken, verfassen

> passiven Konsum (Radio, TV etc.) von politischen Inhalten verringern

Gibt es unabhängige Medien?

Die alternativen Medien sind oftmals unabhängig von Investoren und können in diesem Sinne unabhängig berichten. Ebenso kann man sagen, dass die Pressefreiheit in Deutschland grundsätzlich gewahrt ist. Eine ganz andere Frage ist jedoch die Frage der Parteilichkeit. So sind Medien tendenziell immer parteilich, d.h. sie tendieren eher zu einer linken oder rechten Weltansicht. Dies hat jedoch nichts mit böswilliger Manipulation zu tun, es ist vielmehr ein typisch menschliches Kriterium. Überspitzt dargestellt ist die Meinungsbildung des Menschen vergleichbar mit einer Suchanfrage bei Google, bei der ich die Ergebnisse entsprechend meiner Suchanfrage erhalte – in unserem Beispiel also das Weltgeschehen entsprechend meiner Ansichten, Erfahrungen und Werte interpretiere.

Dem gegenüber gibt es auch rein sachliche Informationen ohne Kommentierung. Die bekanntesten Informationslieferanten sind

  • AFP
  • APA
  • Dow Jones
  • dpa
  • epd
  • KNA
  • reuters
  • sda
  • sid

Diese beliefern die großen Medien im Minutentakt mit den neuesten Geschehnissen der Welt. Diese Meldungen haben einen neutralen informativen Charakter – doch auch hier kann es vereinzelt zu Parteilichkeit kommen, welche dann als Leitmotto von nahezu allen Medien übernommen werden – dies ist aber nur selten der Fall. Deutlich kritischer zu bewerten ist die Tatsache, dass zwischen Information und Meinung nicht mehr wirklich getrennt wird. In früheren Zeitungen gab es meist klar abgetrennte Meinungsbereiche. In den heutigen schnelllebigen Medien wird diese Trennung meist nicht mehr hervorgehoben und so kommt ein Meinungsartikel als scheinbar neutrale Information daher, was eine starke Suggestivkraft auf den Leser ausübt.

Die Medienhäuser sind finanziell nicht unabhängig und somit sollte ihre Leitlinie auch mit der des Investors übereinstimmen. Der Einfluss wird allerdings indirekt ausgeübt und es gibt in den heutigen Medien genug Sparten für konträre Meinungen, welche dann allerdings meist weniger Beachtung finden oder unpopulärer platziert werden. Es bleibt dem Rezipienten also nicht erspart hier kritisch und wachsam zu bleiben. Eine Verschwörung steckt allerdings nicht dahinter, vielmehr eine komplexe natürlich gewachsene Interessensgemeinschaft aufgrund wirtschaftlicher und transnationaler Zusammenarbeit.

Insgesamt muss man vor allem bei politischen Themen auf eine generelle transatlantische Parteilichkeit der Leitmedien hinweisen, dessen Kulturkreis wir angehören. So wurde beispielsweise über den Libyenkrieg fast gar nicht kritisch-investigativ berichtet, die Ukrainekrise wurde ebenfalls ziemlich einseitig beleuchtet (Kommentarbereiche wurde größtenteils gesperrt). Hier lohnt es sich also ein möglichst breites Meinungsspektrum einzuholen und auch Medien der anderen Partei zu konsultieren und sich anschließend seine eigene Meinung zu bilden. Es sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, dass auch die Gegendarstellung Parteilich ist und in ihrem Interesse berichtet.

 

Die Methoden der Manipulation

Ulrich Teusch spricht im Zusammenhang mit den Mainstream Medien von der „Lückenpresse„, der Historiker Dr. Daniele Ganser nennt die Methoden der verzerrten Berichterstattung „Fragmentierung“ und „Dekontextualisierung„.

Die deutsche Medienlandschaft aufgegliedert nach Parteilichkeit und Qualität

Polisphere sieht die deutsche Medienlandschaft wie folgt charakterisiert:

Bildquelle: http://www.polisphere.eu/blog/die-deutsche-medienlandschaft-in-einer-karte/

 

Eine darauf aufbauende Umfrage von one-mind.net kommt zu folgendem Ergebnis:

Die Skala „Qualität“ stellt sich wie folgt dar (übernommen von Vanessa Otero)

1 – Reißerisch / Clickbait
2 – Basis Information
3 – Erfüllt hohe Standards
4 – Analytisch
5 – Komplex

Die Skala „Parteilichkeit“ gliedert sich wie folgt

1 – Linksextrem (Fake News und Verschwörungstheorien)
2 – Linke Mission (fragwürdige journalistische Werte)
3 – Tendenziell links
4 – minimale Parteiische Tendenz
5 – Tendenziell rechts
6 – Rechte Mission (fragwürdige journalistische Werte)
7 – Rechtsextrem (Fake News und Verschwörungstheorien)

Weitere Details zum Medienkompass basierend auf der Umfrage .


Alternativmedien empfohlen vom Friedensforscher Dr. Daniele Ganser:

Dies sind Empfehlungen von Dr. Ganser. Es wird nicht behauptet, dass die hier aufgelisteten Medien „objektiv“ berichten, sondern in erster Linie, dass sie ein Gegengewicht zu den hierzulande gängigen Medien darstellen. Wir empfehlen auch hier skeptisch zu bleiben und ggf. die Parteilichkeit, beispielsweise bei RT, zu berücksichtigen.

http://www.nachdenkseiten.de/
http://www.kontext-tv.de/
http://www.german-foreign-policy.com/
https://www.jungewelt.de/
https://deutsch.rt.com/
https://weltnetz.tv/
http://www.free21.org/
https://kenfm.de/
http://www.hintergrund.de/
http://www.globalresearch.ca/
https://www.heise.de/tp/
http://www.nrhz.de/
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/


Differenzierte Autoren empfohlen vom Friedensforscher Dr. Daniele Ganser:

Noam Chomsky (USA)
Ulrich Tilgner (Deutschland)
Michael Klare (USA)
Michael Lüders (Deutschland)
Erich Gysling (Schweiz)
Ken Jebsen (Deutschland)
Matthias Bröckers (Deutschland)
Andreas von Bülow (Deutschland)
Mehdi Hasan (UK)
Jürgen Tödenhofer (Deutschland)
Richard Gage (USA)
William Blum (USA)


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