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Was Don Draper meint, wenn er sagt, das Universum ist indifferent

Das Leben ist eine Kette von Entscheidungen. Wie wir uns entscheiden ist nicht immer rational, alle Möglichkeiten betrachtend, sondern es folgt vielmehr einer Logik unserer Geschichte. Eine Geschichte, das heisst eine Rolle, die uns am ehesten die Anerkennung und Stabilität unseres Umfelds sichert. Wer dieses Bedürfnis nach Anerkennung und Stabilität aufgibt ist frei von der Geschichte, frei von der ihr innewohnenden Logik, frei von dem daraus resultierenden Ego und ihm/ihr öffnet sich ein Ozean aus Möglichkeiten.

Eine Krise ist der Ausstieg oder Zusammenbruch einer Geschichte. Nicht nur im rein subjektiven, sondern vor allem auch im intersubjektiven Beziehungsgeflecht. Wohingegen wir die Entfaltung einer Geschichte, das „aus-Rolle-n“ ihrer Dynamik als Lebensfluss erleben. Auch die menschliche Liebe bzw. das Verliebtsein ist Teil dieser Geschichte, während die göttliche Liebe außerhalb des Ego’s für alle gleichermaßen blüht. Geschichten ziehen uns an oder stoßen uns ab.

Eine Geschichte vermittelt Lebensintensität, im positiven wie im negativen. Innerhalb einer Geschichte können wir uns isolieren oder uns mit anderen gegen wieder andere verbünden. Eine Geschichte macht uns zu etwas besonderem und ist damit auch Teil eines allzu menschlichen Leidens – des Getrenntseins.

 

Individualität wird oft eng als mit der Geschichte verbunden erlebt. Individualität kann etwas wunderbares sein, wenn sie die Einzigartigkeit einer Person nicht in einer Geschichte sucht. Individualität ist eigentlich das auflösen der Geschichte und damit ein Schritt hin zum wahren Kern einer Person, welcher mit allem verbunden ist.

Diesen freizulegen ist nur möglich, wenn man sich nicht identifiziert mit einer Sache, einer Idee oder eine Gruppe. Dadurch entsteht eine Indifferenz, die über den Tellerrand ihrer eigenen Geschichte hinaus blickt. Sobald jedoch Individualität missverstanden wird als profilierung, geschieht genau das Gegenteil – dann wird es wieder zu einer Geschichte, zu einem Sich-Interessant-Machen, zu einem ringen zwischen Über- und Unterlegenheit. Dann ist man in der Geschichte, aber nicht im Jetzt.

Ein tolles Zitat zu dem Thema stammt von Don Draper: “Well, I hate to break it to you, but there is no big lie. There is no system. The universe is indifferent”.

Innerhalb der Geschichte folgt alles einer Logik, geradezu einem verpflichtendem Zwang. Wer A sagt muss auch B sagen. Wer sich jedoch außerhalb der Geschichte begibt, seine eigene Schöpfungskraft erkennt, der erkennt das Chaos und die Unordnung. Dieses Chaos wertungsfrei zu erkennen ist eine persönliche Befreiung.

 

 

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Published on: 17/08/2015

Filed Under: Inspiration, Poesie, Psychologie

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