Du befindest dich hier: Home » Meditation

Diese Seite behandelt die Meditation aus wissenschaftlicher Sicht (Bewusstseinsforschung, neurologische Veränderungen uvm.), Meditation aus religiöser Sicht, als auch Meditation aus praktischer Sicht (binaurale Beats zur Unterstützung, Anleitungen, Techniken und mehr).. Sie befindet sich noch im Aufbau.

1. Definition

In der Traditionellen Auffassung von Meditation haben sich zwei unterschiedliche Bedeutungen herauskristallisiert. Die erste meint, über ein spezifisches Thema -meist ein philosophisches oder metaphysisches- in einer vertieften Art und Weise nachzudenken. Die zweite meint die kontemplative Praxis, welche in nahezu allen Religionen zu finden ist. Letztere soll auf dieser Seite näher beleuchtet werden.

 

Meditationstechniken sind im wesentlichen in drei Kategorien einzuteilen:

1. Das Erreichen eines Zustands gesteigerter Wachsamkeit ohne speziellen Fokus (Wachsamkeit)
2. Eine gezielte Fokussierung auf ein Objekt zu erreichen und zu halten (Fokussierung)
3. Eine Kombination zwischen Fokussierung und Wachsamkeit

Heutzutage wurde eine vielzahl von Meditationstechniken im Westen aus dem Osten adoptiert. Einige orientieren sich dabei am Buddhismus, Zen, Hinduismus (Vedanta) oder am Judentum (Kabballah) und mehr. Viele Menschen praktizieren die Meditation jedoch auch ohne religiösen oder spirituellen Hintergrund einfach zur Steigerung des Wohlbefindens oder aus Gründen der Selbsterkenntnis.

 

Die Meditation ist auch Gegenstand von Experimenten um ihre Wirkungen auf Psyche und sogar Materie zu untersuchen.

Der Dalai Lama sagt dazu (aus dem englischen übersetzt)
dalai lamaBis vor kurzem glaubten Wissenschaftler, dass nach der Adoleszenz die Hardware des menschlichen Gehirns relativ unveränderbar bleibt. Aber neue Entdeckungen der Neurobiologie haben ein bemerkenswertes Potenzial für Veränderung im menschlichen Gehirn selbst bei Erwachsenen, welche so alt sind wie ich, entdeckt. Auf der Mind and Life Conference in Dharamsala im Jahre 2004 lernte ich die wachsende Unterdisziplin der Neurowissenschaft kennen, welche sich „Gehirnplastizität“ nennt. Dieses Phänomen zeigt mir, dass Eigenschaften, welche als unveränderbar angesehen wurden – wie Persönlichkeit, Disposition oder sogar Stimmungen – nicht permantent sind und dass geistige Übungen oder Änderungen in der Umgebung diese Eigenschaften verändern können. Ebenso haben Experimente gezeigt, dass erfahrene Meditatoren eine größere Aktivität in der linken frontalen Hirnregion erzeugen, der Teil des Gehirns welcher mit positiven Emotionen wie Glück, Freude und Zufriedenheit assoziiert wird.

Diese Ergebnisse implizieren, dass Glück etwas ist, was wir bewusst kultivieren können durch geistiges Training, welches das Gehirn beeinflusst. Der Buddha selbst sagte, dass wenn man gewisse Arten von Ergebnissen zu vermeiden wünscht, die Konditionen ändern muss, welche diese Ergebnisse erzeugen. Wenn man also die Konditionen seines Geisteszustandes ändert, kann man die Eigenschaften seines Bewusstseins und die daraus resultierenden Standpunkte und Emotionen ändern.“

 

Die Untersuchungen am IONS (Institue of Noetic Sciences) haben gezeigt, dass Meditation eine der Schlüsselpraktiken ist um eine positive Transformation des Bewusstseins zu kultivieren. Neben der Änderung der Weltsicht wird die Meditation von vielen auch als Weg zur Transzendenz und Erleuchtung gesehen.

 


2. Meditation in der Wissenschaft

indexDurch medizinische Untersuchungen können Bewusstseinszustände einer neurologischen Aktivität zugeordnet werden. Durch die neuronale Netze Theorie sind gewisse Phänomene (Lernen, Gedächtnis etc.) gut verständlich. Die Meditation hingegen gleicht eher einer Dekonstruktion der Funktionen. Die aufgenommenen Reize werden nicht mehr kognitiv bewertet und das Erschaffen der Zeit wird aufgegeben. Das Mind and Life Institut vom Dalai Lama befasst sich beispielsweise mit der wissenschaftlichen fundierung der meditativen Erlebnisse.

Meditation wurde zum Beispiel von der University of California anhand von Hirn-Scans in einem Experiment untersucht. Dabei zeigte sich  eine verstärkte Aktivierung der rechten ventrolateralen, Präfrontal Cortex und eine Beruhigung der Amygdala Region.

Auch in der Quantenphysik ist eine Wechselwirkung zwischen Beobachtetem und Beobachter festgestellt worden. So bilden die Teilchen im Doppelspalt Experiment unterschiedliche Interferenzmuster, je nachdem ob ein Messgerät beteiligt ist oder nicht. Am Institut für Noetic Sciences (IONS) hat man das Doppelspaltexperiment nun mit Meditierenden wiederholt und diese aufgefordert die Aufmerksamkeit phasenweise auf das Experiment zu fokussieren. Die Ergebnisse führten zu signifikatnen Änderungen, welche die These, dass Bewusstsein und Materie miteinander interagieren unterstützten.

 


3. Meditation in den Religionen

3.1 Meditation im Hinduismus

meditation bigDer Hinduismus ist die drittgrößte Religion der Welt mit ihrem Hauptwirkungsbereich in Indien. Genau genommen ist es keine einheitliche Religion, sondern umfasst ganz unterschiedliche Glaubensrichtungen (monotheistisch, dualistisch, polytheistisch), die allerdings weitestgehend friedlich unter dem Namen zusammenfinden. Ursprünglich war der Begriff „Hindu“ eine geographische Abgrenzung von den Muslimen und bezeichnete die Menschen hinter dem Indus. Erst in der britischen Kolonialzeit wurde zwischen dem säkulären Begriff „Inder“ und „Hindu“ unterschieden. Die Inhalte des Hinduismus wurden lange Zeit mündlich, vor allem durch Gesänge, weitergegeben.

 

Ein zentraler Aspekt in der religiösen Lehre des Hinduismus ist das Karma. Für das Wort Karma gibt es im deutschen keine treffende Übersetzung, es ist vermutlich am ehesten mit Geist zu übersetzen. Damit gemeint ist, dass der Mensch keinen freien Willen im eigentlichen Sinne hat, sondern durch sein „Karma“ geleitet ist. Somit ist er in einen Kreislauf aus Leid, Lust und Täuschung hineingeworfen um zu lernen und letztlich das göttliche Selbst zu erkennen. Ein weiterer damit zusammenhängender Aspekt ist der Glaube an die Wiedergeburt. Somit haben die Taten des vorherigen Lebens Auswirkung auf das jetztige. Ein Mensch, welcher ohne weiteres Zutun und ohne spirituelle Praxis lebt, kann sein Karma in tausenden von Jahren abtragen. Mittels Yoga Praktiken und Meditation soll dieser Prozess deutlich beschleunigt werden, sodass man sogar zu lebzeiten in  den göttlichen Zustand eingehen kann (Samadhi).

Das Verweilen im Lotussitz (Meditation) ist eine gängige Praxis im Hinduismus. Von zentraler Bedeutung ist aber auch der sogenannte Kriya-Yoga. Yoga bedeutet „Vereinigung mit dem Unendlichen“ und „Kriya“ meint durch eine bestimmte Technik.

 

Die Technik des Kriya Yoga

Die folgende Passage ist ein Zitat aus der Autobiographie eines Yogi

Kriya Yoga ist eine psycho-physiologische Methode mit deren Hilfe dem menschlichen Blut Kohlendioxyd entzogen und Sauerstoff zugeführt wird. Diese zusätzlichen Sauerstoffatome werden in einen „Lebensstom“ verwandelt, der das Gehirn und die Rückenmarkzentren neu belebt. Dadurch, dass der Yogi die Anhäufung venösen Blutes verhindert, kann er den Verfall der Zellen reduzieren oder sogar aufheben. Ein fortgeschrittener Yogi verwandelt seine Körperzellen in reine Energie. (…) Der Yogi hält den Verfall seines Körpers auf, in dem er sich durch Beruhigung der Lungen- und Herztätigkeit einen zusätzlichen Vorrat an Prana (Lebenskraft) verschafft. Außerdem wirkt er den wachstumsbedingten Veränderungen im Körper durch Beherrschung des Apana (ausscheidenden Stromes) entgegen. Indem der Yogi auf diese Weise Verfall und Wachstum neutralisiert, erlangt er Herrschaft über seine Lebenskraft.

 

Ein anderer Gita Vers lautet: „Wer der Meditation kundig ist (der Muni), wer das höchste Ziel verfolgt und sich von allen äußeren Erscheinungen abkehrt, indem er den Blick auf die Stelle zwischen den Augenbrauen richtet und die gleichmäßigen Ströme des Prana und Apana (die) innerhalb der Nase und der Lunge (fließen) neutralisiert, wer sein Sinnesbewusstsein und seine Geisteskräfte beherrscht und Begierde, Furcht und Zorn überwindet, erlangt ewige Freiheit“.(…)

 

"OM" Symbol

„OM“ Symbol

„Der Kriya-Yoga besteht aus der Disziplinierung des Körpers, Herrschaft über die Gedanken und Meditation über OM.“ Patanjali spricht von OM als dem Gott offenbarenden Wort, das man in der Meditation hören kann. OM ist das Schöpferwort, das Summen des kosmischen Motors, der Zeuge der Göttlichen Gegenwart. Selbst der Anfänger im Yoga kann in seinem Innern bald den wundersamen Laut OM erklingen hören und gewinnt aufgrund dieses freudigen geistigen Erlebnisses die Überzeugung, mit übernatürlichen Bereichen in Verbindung zu stehen. (…)

 

In den anfänglichen Stadien der Gottvereinigung (Savikalpa-Samadhi) verschmilzt das Bewusstsein des Meditierenden mit dem Kosmischen Geist; seine Lebenskraft wird vom Körper zurückgezogen, der „tot“, d.h. starr und leblos, erscheint. Dabei ist sich der Yogi der aufgehobenen Lebenstätigkeit seines Körpers vollkommen bewusst. Wenn er jedoch höhere geistige Bewusstseinsstadien erreicht (Nirvikalpa-Samadhi), ist er auch im normalen Wachzustand, ja, selbst bei intensiver weltlicher Tätigkeit, mit Gott verbunden, ohne dass der Körper dabei erstarrt. (…)

 

„Die Yogis des Altertums entdeckten, dass der Schlüssel zum kosmischen Bewusstsein hauptsächlich in der Herrschaft über den Atem liegt. Hierin besteht Indiens einzigartiger und zeitloser Beitrag zum Wissensschatz der Welt. Die Lebenskraft, die gewöhnlich durch die Herztätigkeit verausgabt wird, muss mit Hilfe einer atemberuhigenden Methode für höhere Funktionen freigemacht werden.“ Der Kriya-Yogi lernt, seine Lebenskraft geistig in einem Bogen um die sechs Rückenmarkzentren auf- und abwärts kreisen zu lassen (das Mark-,Nacken-,Herz-,Lenden-,Kreuzbein- und Steißbeinzentrum), die den zwölf astralen Tierkreiszeichen, d.h. dem symbolischen Kosmischen Menschen, entsprechen. Diese eine halbe Minute lang um das empfindsame Rückenmark des Menschen fließende Energie bewirkt einen subtilen Fortschritt in seiner Evolution; denn eine halbe Minute Kriya entspricht einem Jahr natürlicher geistiger Entwicklung. (…)

 

Der Anfänger im Kriya übt seine Yoga-Technik morgens und abends nur 14- bis 24-mal. Eine Anzahl von Yogis erreicht ihre Befreiung nach 6, 12, 24 oder 48 Jahren.

(Autobiographie eines Yogi , S.267-271)

 


4. Meditationstechniken

4.1 Meditation mithilfe binauraler Beats:


Binaurale Beats bzw. binaurale Frequenzen werden auch Hemi Sync genannt. Hemi Sync bedient sich spezifischer Muster aus Stereo-Klangwellen (in für jedes Ohr etwas unterschiedlichen Frequenzen), um eine synchronisierte Gehirnwellenaktivität hervorzurufen. Erzeugt werden diese binauralen Schwebungen in einer Frequenz, welche die arithmetische Differenz zwischen den beiden Signalfrequenzen ist. Indem sie sich eines alten, aber höchst genauen Taktgebers im Stammhirn bedienen, der normalerweise die Lokalisierung von Schallquellen in der horizontalen Ebene um den Kof herum möglich macht, können diese binauralen Schwebungen das angrenzende retikuläre Aktivierungssystem mitreißen, das dauerhafte Taktsignale an den Thalamus und den Kortex gibt und so Bewusstsein ermöglicht. Diese Signale erzeugen eine Gehirnwellensynchronie im Bereich zwischen 1 und 25 Hertz, einschließlich des entscheidenden Bereichs unterhalb der normalen menschlichen Hörschwelle (20 Hz). Dieser niedrigste Bereich wird mit Gehirnwellen im Delta (< 4 Hz, normalerweise bei tiefem, traumlosem Schlaf vorkommend), im Theta- (4 bis 7 Hz, in tiefer Meditation und Entspannung sowie im Nicht-REM-Schlaf) und im Alpha-Bereich (7 bis 13 Hz, charakteristisch für den REM- oder Traumschlaf sowie für Müdigkeit an der Grenze zum Schlaf und Entspannung im Wachzustand) in Verbindung gebracht.

(entnommen aus „Dr. med. Eben Alexander: Blick in die Ewigkeit – Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen.„, S.214)

 

5. Aktuelle Beiträge zur Meditation


By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close