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Wer waren die Archonten?

Sind Archonten Reptiloide (David Icke) ?

Jaldabaoth sendet seine Engel zu den Töchtern der Menschen, um Nachkommen zu ihrem Vergnügen zu zeugen. Sie haben keinen Erfolg und schaffen daher einen verachteten Geist, der den Geist, der herab gestiegen war, imitiert. Die Engel ändern ihr Aussehen entsprechend der Paargenossen der Menschen, um sie mit dem Geist der Finsternis zu füllen. Sie bringen Gold, Silber, Geschenke, Metalle und Gestalten und führen die Menschen, die ihnen folgen, in die Irre. (aus Schicksal, Noah, Unzucht, verachteter Geist)

Diese Überlieferungen des verachteten Geistes ähneln den Erzählungen über Reptiloide von denen David Icke spricht. Sie können ihr Aussehen ändern und verbreiten den Geist der Finsternis. Sie locken mit Reichtum, sind also vermutlich eher in den oberen Hierarchien zu finden.

Die Menschen werden alt, ohne Muße zu haben, sterben, ohne die Wahrheit gefunden zu haben, ohne Gott erkannt zu haben und so wird die ganze Schöpfung versklavt. Die Engel nehmen Frauen und zeugen durch die Finsternis Kinder nach dem Bild ihres Geistes.

Das entspricht einem düsteren Szenario. Schauen wir uns um, so können wir tatsächlich feststellen, dass die Muße (schon allein durch den Arbeitstag, aber auch durch die Reizüberflutung) in der modernen Zeit deutlich nachgelassen hat.

Anschließend wird der Erste Gedanke (Pronoia des Alls) erwähnt um dem Menschen zu Hilfe zu kommen:

Die Pronoia des Alls geht in die Größe der Finsternis bis in die Mitte des Gefängnisses.

 

Wiederum geht die Pronoia des Alls in die Mitte der Finsternis und in die Innenseite der Unterwelt.

 

Zum dritten Mal geht die Pronoia des Alls in die Mitte der Finsternis und die Innenseite der Unterwelt, in die Mitte des Gefängnisses, welches das Gefängnis des Körpers ist, und spricht zum Menschen. Dieser ist sehr ergriffen, hört, aber sieht noch nicht. Der Pronoia-Impuls deklariert sich und appelliert an den Menschen: „Stehe auf und erinnere dich (…) hüte dich vor den Engeln der Armut (…) hüte dich vor dem tiefen Schlaf und der Einengung der Innenseite der Unterwelt!“ und versiegelt ihn abschließend mit fünf Siegeln, um ihn aus der Macht des Todes zu befreien.

Damit könnte gemeint sein, dass in Zeiten der Identifikation, welche eine Gefangenschaft des Geistes ist, eine starke Intuition im Sinne einer Ich-Botschaft aufkeimt. Diese lässt uns die Engel der Armut (Archonten) erkennen und damit unsere Gefangenschaft im Ego. Wir sollen uns von der Einengung der Innenseite der Unterwelt hüten, das könnte bedeuten, dass wir uns von den angstmachenden Bildern der Archonten lösen sollen, die Trennung überwinden sollen. Gelingt dies, soll man diese Unterwelt versiegeln mit fünf Siegeln, d.h. ein für alle Mal hinter uns lassen.

Betont wird in den Schriften, dass diese Lehre nur an „das Nichtwankende Geschlecht“ weitergegeben werden soll. Damit ist ganz offensichtlich der gute Mensch gemeint, welcher lautere Absichten hat. Wobei fraglich ist, inwieweit eine Lehre sich an auserwählte richten kann ohne zugleich Feindschaft zu säen.

David Icke sagt, dass alte Überlieferungen aus allen Kulturen der Welt die Kräfte des Bösen beschreiben:

Die Archonten in der Gnostik

Die Dschinn im Islam

Die Flieger in Mexiko

Die Dämonen im Christentum

 

Ob die Archonten den Reptiloiden entsprechen, muss letztlich jeder für sich entscheiden. Ich persönlich halte die Reptiloiden Theorie von David Icke für abwegig, denn es gibt keinerlei Beweise für diese Behauptungen. Wenn es tatsächlich Archonten geben sollte, und es möglich sein würde, dass die Archonten sich materiell manifestieren, dann würde es in der heutigen Zeit sicherlich Photos davon geben. Es gibt außerdem keine Angabe, dass die Archonten wie Reptiloide aussehen, sie werden als Wesen mit Tierköpfen beschrieben. Deshalb lese ich den Text als Metapher für negative psychische Kräfte und kann keinen fundierten Bezug zu der Repto-Theorie erkennen.

Sind die Archonten die Ausserirdischen?

Immer wieder höre ich Erzählungen über die Archonten, welche große Parallelen zu dem gemeinhin überlieferten Bild von Ausserirdischen entsprechen. So sagt zum Beispiel Jay Weidner in einem Interview:

Gnostiker predigten, dass es eine Invasion, um ca. 3600 v. Chr. Gegeben hatte, etwa 1.600 Jahre bevor die Nag Hammadi Texte vergraben wurden, sie beschrieben, dass diese Invasion wie ein Virus war, und in der Tat, sie wurden dafür massivst unterdrückt, bei der Beschreibung der wahren Zustände. Die Wesen, die sie unterdrückten hießen Archonten.

Diese Archonten hatten die Fähigkeit, die Realität zu duplizieren, um uns zu täuschen. Sie waren neidisch auf uns (die Menschen), weil wir ein Wesen von einer Art sind, die eine Seele, die sie nicht besitzen, haben und die Nag Hammadi Texte beschreiben das und das Aussehen der Archonten. Manche sehen aus wie ein Reptil und andere sehen wie ein nicht ganz entwickeltes Baby oder Fötus aus. Es scheint teilweise zu leben und teilweise nicht zu leben, es hat graue Haut und dunkle, unbewegte Augen

Jeder der sich die Nag Hammadi Texte selbstständig durchliest wird feststellen, dass solche Stellen nicht zu finden sind. Die Archonten werden in der gnostischen Überlieferung nicht als Invasoren um ca 3600. v. Chr. benannt, sondern als „Unfall“ der Evolution durch Sophia. Ebenfalls wird ihr aussehen ganz anders beschrieben, nämlich als Wesen mit Tierköpfen. Am ehesten würde ich vermuten, dass die Archonten der Gnostiker die Gottheiten des alten Ägypten beschreiben (Anubis, Horus etc.). Woher Jay Weidner diese Informationen hat, ist mir völlig unklar. Da er sich allerdings auf die Nag Hammadi Texte bezieht muss ich leider feststellen, dass es Hirngespinste von ihm sind, da solche Beschreibungen nicht in den Nag Hammadi Texten zu finden sind. Hier war wohl der Wunsch eine frühhistorische Überlieferung über Aliens zu finden derart groß, dass er etwas in den Text hineinlegte, was aus diesem nicht hervorgeht.

 

Weiter finde ich angebliche „Darstellungen“ der Archonten, welche enorm stark an Aliens erinnern. Ich frage mich auch hier, woher dieser Bilder stammen, denn aus den Nag Hammadi Texten gehen sie nicht hervor. Eine Quellenangabe ist leider nicht gemacht worden.

Angebliche Darstellung eines Archonten, Quelle nicht auffindbar - Diese Darstellung stammt nicht von den ursprünglichen gnostischen Überlieferungen

Matrixwissen schreibt beispielsweise:

Matrixwissen: In einem der Nag Hammadi Texte (Apokryphon des Johannes) werden Entführungen von Menschen durch kleine Wesen beschrieben.

Auch hier scheint der Wunsch Vater des Gedankens zu sein, denn eine solche Stelle konnte ich auch nach mehrmaligem Lesen nicht entdecken. Das kann jeder gerne hier nachprüfen.

Gesagt wird über das Aussehen des ersten Archons:

Nag Hammadi: Und als sie ihren Willen (verwirklicht) sah, veränderte er sich in den Typos eines löwengesichtigen Drachens. Und seine Augen (10) waren wie Feuer von Sonnenleuchten, die leuchteten.

Was offensichtlich eine völlig andere Darlegung ist, als von Jay Weidner behauptet. Die Archonten schufen sich wieder weitere „Engel“, welche laut Nag Hammadi wie folgt aussahen:

Nag Hammadi:

Dies aber sind die zu den Namen gehörigen Körper:

Der erste ist Athoth, er ist ein Schafsgesicht.
Der zweite ist Eloaiou, er ist ein Eselsgesicht.
Der dritte ist Astaphaios, er ist ein [Hyänengesicht].
Der (30) vierte ist Jao, er ist ein [Drachen]gesicht mit sieben Köpfen.
Der fünfte ist Sabaoth, er ist ein Drachengesicht.
Der sechste ist Adonin, er ist ein Affengesicht.
Der siebte ist Sabbede, er ist ein Feuergesicht, das leuchtet.
Das ist die (35) Siebenheit der Woche.

Aber Jaldabaoth hat eine Menge ( 12.1) Gesichter, mehr als alle von ihnen, so daß er in einem Gesicht ihnen allen gleicht, entsprechend seinem Wunsch, wobei er in der Mitte der Seraphen ist. Er verteilte (5) sein Feuer unter ihnen; deswegen wurde er Herr über sie. Wegen der Kraft der Herrlichkeit besaß er das Licht seiner Mutter; deswegen nannte er sich selbst ,Gott`. Er war aber nicht (10) gehorsam gegenüber dem Ort, von dem er gekommen ist. Und er vermischte sich mit den Gewalten, die bei ihm waren, den sieben Kräften, in seinem Denken. Dadurch, daß er sprach, geschah es. Und er benannte jede Kraft. Er begann (15) mit der höchsten.

Die erste ist die Güte, bei der ersten (Kraft), Athoth.
Die zweite ist Vorhersehung bei der zweiten, Elolaio.
die dritte aber ist die Göttlichkeit bei der dritten, Astraphaio.
Die vierte ist (20) die Herrschaft bei der vierten, Jao.
Die fünfte ist das Königreich bei der fünften, Sabaoth.
Die sechste ist die Begierde bei der sechsten, Adonein.
Die siebte ist die Weisheit bei der siebten, (25) Sabbateon.

Weiter schreibt Matrixwissen verblüffenderweise:

Matrixwissen: Die Archonten werden als geistige Eindringlinge beschrieben. Sie sind nicht in der Lage längere Zeit in unserer materiellen Welt zu überleben, ähnlich wie Menschen nur kurze Zeit unter Wasser überleben können ohne Luft zu holen.

Auch das ist nicht zu finden. Die einzige Stelle in den Nag Hammadi Texten, die in die Richtung geht ist folgende:

Nag Hammadi: Als sie keinen Erfolg hatten, versammelten sie sich wiederum und faßten zusammen einen Plan. Sie schufen einen verachteten Geist, der dem Geist, der herabgestiegen war, gleicht, (25) um so die Seelen durch ihn zu verunreinigen. Und die Engel änderten sich in ihrem Aussehen entsprechend dem Aussehen ihrer Paargenossen, wobei sie sie mit dem Geist der Finsternis füllten, den sie für sie gemischt hatten, und mit Schlechtigkeit. (30) Und sie brachten Gold und Silber und Geschenk(e) und Kupfer und Eisen und Metall und alle Arten der Gestalten. Und sie zogen die Menschen, die ihnen gefolgt waren, ( 30.1) in große Schwierigkeiten, wobei sie sie in die Irre führten durch viele Irrtümer.

Es wird nicht erwähnt, dass die Archonten nur „kurze Zeit“ in unserer Realität bleiben können oder ähnliches.

Das Wirken der Archonten wird durch eine geistige Manipulation beschrieben, welche letztlich jedoch dem göttlichen Funken im Menschen unterliegt:

Nag Hammadi: Als der Erste Archon merkte, daß sie erhabener sind als er in der Höhe — und sie übertreffen ihn im Denken –, da wollte er ihren Gedanken beherrschen, wobei er nicht wußte, daß sie ihn übertreffen (10) im Denken und daß er nicht in der Lage sein werde, sie zu beherrschen.

Matrixwissen sagt:

Matrixwissen: Die Texte über die Archonten beschreiben, dass sie „durch“ Menschen leben wollen, da sie nicht in unserer Realität leben können.

Was ebenfalls Unsinn ist. Die Archonten sind neidisch auf den Menschen, weil er ihre Weisheit übersteigt. Sie versuchen ihn zu versklaven durch Neid und Verachtung. Der Menschliche Geist ist jedoch in der Lage diese Kräfte zu überwinden und somit Herr über die negativen psychischen Kräfte zu werden.

Es gibt also keinerlei Belege, dass die Archonten mit den Ausserirdischen zu tun hätten. Sie sind in den gnostischen Texten Teil des Schöpfungsmythos und als psychische Kräfte zu sehen. Einen Zusammenhang zwischen Ausseridrischen und Archonten kann ich nicht erkennen.

 

Die Archonten in der Pistis Sophia (Codex Askewianus)

Neben den Nag Hammadi Texten kann man sich auch in der Pistis Sophia über die gnostischen Ansichten belesen. Hier geht es im wesentlichen um Dialoge der Jünger mit Jesus. Für uns an dieser Stelle sind in erster Linie die Beschreibungen der Archonten interessant, wobei Jadlaboath in diesem Text Authades genannt wird. Auf Seite XXXI wird gesagt:

Das leitet über zu der Frage nach der Beschaffenheit der äußeren Finsternis. Die äußere Finsternis ist ein großer Drache und enthält 12 Strafkammern mit je einem Archon mit Tiergesicht als Oberhaupt (c.126). Diese Straförter sind für die Todsünder bestimmt, als welche gelten die Lästerer, die Irrlehrer mit ihren Anhängern, die Päderasten, Atheisten, Mörder, Ehebrecher, Giftmischer. Ihnen allen droht das Feuer der Amente (Anm.d.Red.: Amente ist höchstwahrscheinlich identisch mit der Unterwelt bzw. Hölle, aus „Hauptprobleme der Gnosis“ von Wilhelm Bousset), des Chaos, des Weges der Mitte, des Drachens.

Erstaunlich ist hier insbesondere dass in der Assoziationskette der „Weg der Mitte“ beschrieben wird als etwas scheinbar sündhaftes. Wobei nach meiner Erfahrung der Weg der Mitte, ähnlich wie in der östlichen Tradition auch gelehrt wird, eher zu Güte und Ausgeglichenheit führt. Dazu habe ich eine Interessante Stelle bei Blavatskies Geheimlehre gefunden –

Diese Periode, mit Buddha und Pythagoras als dem einen und mit den
Neuplatonikern und Gnostikern als dem andern Endpunkte, ist der einzige in der
Geschichte übrig gelassene Brennpunkt, in dem zum letzten Male die glänzenden
Strahlen des vergangenen Äonen entströmenden Lichtes sich sammeln,
unverdunkelt von der Hand von Bigotterie und Fanatismus.
(Blavatsky Geheimlehre I S.56)
Auch hier wird also der Weg der Mitte (Buddha und Pythagoras) dem Weg der Gnosis gegenübergestellt. Lassen wir das an dieser Stelle einmal so stehen und schauen weiter in der Pistis Sophia, dort heisst es weiter:

Nocheinmal taucht die brennende Frage auf, wer denn die Menschen zum Sündigen zwingt (s. vorher c.111). Als solche werden hier die Archonten der Heimarmene (Anm.d.Red.: Heimarmene ist das „bittere Schicksal“) bezeichnet, die die Eltern der Menschen sind, da die Seelen der Menschen aus ihrem Schweiße, aus den Tränen ihrer Augen oder aus dem Hauche ihres Mundes hervorgehen.  Dabei wird noch einmal die Erschaffung des Menschen ausführlich beschrieben (c.131-132). Und wie das Gebilde der Menschen durch die Heimarmene erfolgt, so auch alles Gute und Böse, sei es Leben oder Tod. Aus diesem entsetzlichen Verhängnis hat Jesus die Menschheit durch Bringen der Schlüssel des Himmelreiches, d.h. der Mysterien befreit, die nicht nur für die Sündern, sondern auch für die Gerechten notwendig sind.

Später wird noch einmal die Archontenwelt beschrieben:

Sabaoth Adamas ist der Beherrscher der sechs Äonen, während sein Bruder Jabraoth die anderen sechs beherrscht. Sabaoth Adamas trieb mit seinen Archonten stetig das Mysterium des Geschlechtsverkehrs und zeugte Archonten, Erzengel, Engel, Liturgen und Dekane. Daraufhin hat Jeû sie in die Heimarmene-Sphära gebunden und zwar 360 Archonten und über sie fünf andere Archonten gesetzt, d.h. die fünf Planeten Kronos, Ares, Hermes, Aphrodite und Zeus (c.136). (Anm.d.Red.: Interessante Gleichsetzung von Archonten und Planeten). Jabraoth mit seinen Archonten, die an die Mysterien des Lichtes geglaubt hatten, wurden in eine gereinigte Luft zwischen den Örtern des unsichtbaren Gottes versetzt. Andere 360 Archonten des Adamas werden in die luftigen Örter unterhalb der Heimarmene-Sphära gebunden und über sie ebenfalls fünf große Archonten als Herrscher gesetzt. Letztere tragen die Namen Paraplex, Ariûth, Hekate, Parhedron, Typhon und Jachthanabas. Das sind die Beherrscher des Weges der Mitte, die durch ihre bösen Dämonen die Menschen zu den verschiedenen groben Sünden verleiten, um sie später mit ihren furchtbaren Peinigungen zu bestrafen.

Die Archonten bei Blavatski (Geheimlehre)

In Blavatskis Geheimlehre wird die „Schaffung“ Satans, d.h. des gefallenen Engels, damit beschrieben, dass dieser den Menschen nicht blind nach den Vorgaben Gottes schaffen wollte, d.h. nicht mehr nur ein ausführendes Organ sein wollte, sondern selbst Schöpfer und Bestimmer über den Menschen sein wollte.

Wenn die Bedeutung dieser Allegorie aufgeklärt sein wird, wo wird sich
zeigen, dass Satan und seine trotzige Schar sich bloß deshalb geweigert haben,
den körperlichen Menschen zu schaffen, um die unmittelbaren Erlöser und
Erschaffer des göttlichen Menschen zu werden. Die symbolische Lehre ist nicht
allein mystisch und religiös – sie ist rein wissenschaftlich, wie später zu sehen
sein wird. Denn anstatt ein rein blind funktionierendes, von dem unergründlichen
Gesetze getriebenes und geleitetes Medium zu bleiben, beanspruchte und
erzwang der „rebellische“ Engel sein Recht auf selbständiges Urteil und Willen,
sein Recht auf freies Handeln und auf Verantwortlichkeit, sintemal Mensch und
Engel gleichermaßen dem karmischen Gesetze unterstehen.
Gelegentlich der Erklärung der kabbalistischen Anschauungen sagt der
Verfasser New Aspects of Life von den gefallenen Engeln:
Nach der symbolischen Lehre wurde der Geist aus einem einfachen
Ausführungsorgane Gottes in einem entwickelten und entwickelnden Wirken
zu einem wollenden Wesen, und er fiel, indem er seinen eigenen Willen an
Stelle des göttlichen Wunsches beachtete. Daher sind das Reich und Gebiet
der Geister und des geistigen Handelns, welche aus dem Geisteswillen
strömen und dessen Erzeugnis sind, außerhalb und im Gegensatze und
Widerspruche mit dem Reiche der Seelen und des göttlichen Handelns.

Außerdem äußert sich Blavatski, dass die Gnostiker mit dem Gott Ilda Baoth (ins unserem Text Jaldabaoth genannt) auf Jehova beziehen und diesen möglicherweise zu einseitig als nur böse betrachten.

S.319

In Band II desselben Werkes [66] werden die philosophischen Systeme der
Gnostiker und der ursprünglichen Judenchristen, der Nazarener und Ebioniten,
vollständig betrachtet. Sie zeigen die Ansichten, die man in jenen Tagen
außerhalb des Kreises der mosaischen Juden über Jehovah hatte. Er wurde von
allen Gnostikern viel mehr mit dem bösen, als mit dem guten Prinzipe
identifiziert. Für sie war er Ilda-Baoth, der „Sohn der Finsternis“, dessen Mutter,
Sophia Achamôth, die Tochter der Sophia, der göttlichen Weisheit – des
weiblichen heiligen Geistes der frühen Christen – der Âkâsha, war; Sophia
Achamôth personifizierte das niedere Astrallicht oder den Ether. Das Astrallicht
steht im selben Verhältnisse zu Âkâsha und Anima Mundi, wie Satan zur Gottheit
steht. Sie sind ein und dasselbe Ding, gesehen unter zwei Aspekten, dem
geistigen und dem psychischen – dem superetherischen oder Bindeglied
zwischen Materie und reinem Geist – und dem physischen. [67] Ilda Baoth – ein
zusammengesetzter Name, gebildet aus Ilda ([korrekter Abdruck siehe Buch]),
Kind, und Baoth; das letztere von [korrekter Abdruck siehe Buch], ein Ei, und
[korrekter Abdruck siehe Buch], Chaos, Leerheit, Leere oder Einsamkeit; oder
das Kind geboren in dem Eie des Chaos, wie Brahmâ – oder Jehovah, ist
einfach einer der Elohim, der sieben schöpferischen Geister, und einer der
niederen Sephiroth. Ilda Baoth erzeugt aus sich selbst sieben andere Götter,
„Sternengeister“, oder die Mondvorfahren, [68] denn sie sind alle dasselbe. [69]
Sie sind alle nach seinem eigenen Bilde, die „Geister des Angesichtes“, und
einer der Reflex des anderen, und werden um so dunkler un

Weiter sagt Blavatski auf S.320

So wächst „Satan“, sobald er nicht mehr in dem abergläubischen, dogmatischen,
unphilosophischen Kirchengeiste betrachtet wird, zu dem großartigen Bilde
empor von einem, der aus einem irdischen einen göttlichen Menschen macht;
der demselben durch den langen Cyklus des Mahâkalpa das Gesetz des Geistes
des Lebens giebt und ihn befreit von der Sünde der Unwissenheit, somit vom
Tode.

Was in Widerspruch steht zu der gnostischen Auffassung, so wie ich sie verstehe. „Satan“ ist zwar der Schöpfer des Menschen, aber die Idee des Menschen kommt aus dem göttlichen Reich. Um den Menschen jedoch an sich zu binden bedient er sich gerade der List des Todes, sodass der Mensch im Laufe seines Lebens von den Lüsten verführt wird in das Schicksal und seine wahre Abstammung nicht erkennt.

Fazit – Wer sind nun die Archonten?

Es ist schwer zu sagen, wie die Archonten wirklich ausschauen, da selbst die gnostischen Schriften sich widersprechen. In der Pistis Sophia wird von Planeten als Manifestation gesprochen (wobei man hier auch eine Wechselwirkung mit der griechischen Kultur annehmen kann), in den Nag Hammadi Texten wird eher von Wesen mit Tierköpfen gesprochen. In der heutigen gut dokumentierten Welt ist keines dieser Wesen gesichtet worden, daher müssen wir, wenn wir die Theorie nicht völlig verwerfen möchten, von psychischen Instanzen ausgehen. Die Archonten haben demnach Einfluss auf unseren Geist, sind ihm aber letztlich unterlegen, da wir sowohl die Weisheit (Sophia) als auch den göttlichen Funken in uns haben. Verwirrend ist es jedoch, dass an einer Stelle geschrieben wird, dass die Archonten sich als Paargenossen tarnen können, um uns zu verführen. Jedoch ist auch hier eher von einer geistigen Manipulation auszugehen.

Ich persönlich lese die Archonten als Metapher für negative psychische Kräfte, welche der Mensch im Laufe seiner Individuation überwinden muss. Ihre Kräfte werden beschrieben als  Lust, Begierde, Trauer und Furcht. Diese zu überwinden dürfte auch einem Menschen ohne spirituelle Neigung ein Anliegen sein. In diesem Sinne sehe ich diese Kräfte als Stachel der Evolution, welcher uns zur Weisheit führt. Der schöpferische Gott, welcher unseren Geist mittels trügerischer Erscheinungen blendet, wird in der Religion zwiespältig behandelt. In den östlichen Religionen gelten die Illusionen als etwas, was es zu überwinden gilt und werden dahin erklärt, daß sie in dem illusorischen Begriffsvermögen der egoistischen, persönlichen und menschlichen Seele (niedereres fünftes Prinzip) entstehen. Insofern könnte man die Archonten auch als Trugbild der menschlichen Seele sehen, weil sie uns mit negativen Illusionen speisen. Ich denke, dass der Weg zur Weisheit in der Befreiung von diesen Illusionen liegt und daher stellen für mich die Archonten auch keine externe bedrohliche Kraft dar, sondern eine Herausforderung auf dem Weg zur Ganzheit.

 

 

5 Responses to Wer waren die Archonten?

  1. Dragon Man sagt:

    Das ist genauso abstrus wie die Atlantis Theorie. Ein von Menschen erdachtes Phantastikum, einfach, weil wir eine reiche Phantasiefähigkeit haben. Es spielt somit keine Rolle, welche Inhalte diese Geschichten haben. Von allen diesbezüglichen Ideen gefällt mir immer noch du Ursprungsversion der Sumerer, die der Göttin Inanna eine zentrale Rolle in der Liebe und der Sexualität gibt. Es ist egal, ob es diese Göttin jemals gegeben hat. Alles sind Phantasieprodukte – auch die Religionen – und wir dürfen uns für die uns zuträgliche Version entscheiden als ob es um die Wahl zwischen linksdrehendem oder rechtsdrehendem Joghurt handelt

    • Suchtfrei sagt:

      Bald seit einem halben Jahrhundert befasse ich mich mit solchen Themen, da lernt man fühlen. Also mein Gefühl sagt mir nichts von abstrus und Phantastikum, worauf soll sich dieses denn beziehen, das steht da nicht – DRAGON MAN? Phantasiefähigkeit, Phantasieprodukte, hast Du, haben Sie den Artikel/die zwei Teile nicht genau gelesen? Genau diese fehlende Phantasie ist ja einer der Schlüssel welcher den Achonten fehlt, Sie sind einfältig, unser Glück, also keine Furcht. Ich lebe seit Jahren als Liquidarian und verstehe den Vergleich mit dem Yogkurt nicht so ganz, der passt hierher wie die Faust aufs Auge, haha. Adam wurde das Essen befohlen, ich musste an der Stelle laut lachen LOL, denn irgendwann muss das ja begonnen haben mit der Völlerei. Wem in den Texten hier nicht mehrere Kronleuchter zugleich auf-/angehen, der soll beim Jogkurt bleiben und blutige Steaks essen, weiter rauchen und Alk trinken und kiffen, damit die Achonten ihn leichter übernehmen und somit bestens beeinflussen können, damit bessere Kritiker daraus werden? Dragon Man keinesfalls böse sein, es soll kein persönlicher Angriff sein, nur Bewusstsein schaffen, damit man so einen perfekten und ausgezeichneten Beitrag keinesfalls voreilig schlechter macht als überhaupt ist. Das hier geschriebene ist 1A.

      • Maka sagt:

        In der Tat! 1A Artikel! Ich bin ganz zufällig auf diese Seite gestoßen, habe den Artikel gerade fertig gelesen : Diese hier ist eine klare, ernsthafte, sympathische Art des Denkens <3 Ich freue mich hier weiter lesen zu können. Danke! <3

  2. Engel sagt:

    Fotos über die Archonten, die auch als die kleinen Grauen bezeichnet werden, kann wohl kaum jemand beibringen und Reptiloide, wie auch Insektoide sind sehr wohl bekannt. Schon in den uralten indischen Texten im Ramayana wurden sie, die Reptiloiden ausführlich beschrieben. Abbildungen in Form von Statuen kann man in Thailand vor einigen berühmten Tempel sehen, wie auch in der Abflughalle des Suvarnabhumi Flughafens in Bangkok stehen sehen. Wünsche Dir lieber nicht ihnen zu begegnen. Was David Icke betrifft, kann ich aus meinen eigenen Erfahrungen sagen, dass ich was seine Aussagen über diese betrifft zustimmen muss.

  3. Epoche sagt:

    Wo die biblische Lehre Jesu Christi,gänzlich auf den Kopf gestellt wird und zum Sinonym der Satansanbetung gemacht wird, belgt ,durch ominöse Schriften welche bekanntlich erwiesenermassen aus dem 2 /3.Jahrhunden stammen wie die „Pistis Sophia“ und die “ Apokryphen des Johannes“ …..die also weit Jünger sind als die Enangelien der Bibel.(ca.200 Jahre )
    Verwundert es wohl auch nicht mehr ,dass gerade Sophia ein Aön, der dummheit anheim gefallen sein soll .Und so letztlich eine nicht Gottgewollte Schöpfung in Gang setzte.Welche dann doch wieder als Gottgewollt dargestellt wird.
    Auf den ersten Blick tönt dies alles spannend und auch oft noch „weise „.
    Als ein Mensch der sehr viele Bücher gelesen hat ,auch wohl sämtliche Theosophische Werke der Helena Blavatzky (die am Ende ja nichts als eine kleine russische Schwindlerin war,die Trickreich ihr sensationslüsternes Publikum beschissen hat.)
    Kann ich dazu folgendes sagen.
    Eine Lehre wo das weibliche als Geistig höherwertig als das mänliche eingestuft wird,schmeichelt natürlich den Weibern.Damals wie heute und es mag auch kein Zufall sein dass vor allem Frauen zu solchen Lehren neigen..meist ohne das ganze tatsächlich in allen Dimensionen ihrer Aussagekraft abzugleichen.
    Da ich selber eine Frau bin kann ich das allerdings ja schon nachvollziehen.Bin ich selber lange darauf hereingefallen.
    Inzwischen bin ich allerdings Christin.
    Warum ?
    1.weil ich nicht schriften vertrauen kann die in sich nicht stimmig sind und die sich immer selbst wiedersprechen.
    Weil ich nicht glauben kann das die Schöpfung etwas schlechtes sein soll.(Ich rede hier nicht von Matreialismus)
    Da solch eine Einstellung den Menschen jeglicher Willkür preisgibt.
    Das ist auch der Grund warum ich den Buddhismus zutiefst gelernt habe abzulehnen, der im grunde ja nur eine atheistische Philosophie darstellt,eswegen er heute enormen zulauf hat.(hier rede ich lediglich vom urbuddhismus also Thravada Buddhismus.
    Der Gnostizismus ist meiner Ansicht nach weit älter als das Christentum,diese Tatsache macht diese Lehre allerdings nicht Glaubwürdiger oder Warhaftiger.Er hat von Anbeginn an versucht die Lehre Jesu zu vereinnahmen.
    Wie andere auch ..selbst politische Gruppierungen wie etwa die Zeloten..im Judentum.
    Denau das ist der Grund wieso die Frühe Kirche den biblischen Kanon zusammengestellt hat.
    Denn wer die biblischen Schriften kennt,der wird sich hier nicht mehr irre führen lassen.
    Und letztlich sollte man die Quellen aus denen man sich speist immer grüntlich prüfen.Bevor man deren wiedersprüche sich zu eigen macht.
    Die Evangelien der Bibel sind unter diesen kriterien weitaus Glaubwürdiger als die Apokryphen.Welche übrigens trotz aller Behauptungen, die Kirche hätte nach der kanonisierung der Bibel jene vernichtet..was schlichtwegs offensichtlich gelogen ist ,denn ansonsten könnten wir diese ja heute nicht mehr lesen…
    Die Funde non Naag Mhadi übrigens sind umfangreich und bestätigen etwa die Authentizität des
    Markus Evangeliums !welches zu Grossen Teilen dort auch gut erhalten gefunden worden sind..Und Nicht vor der Kirche hat man diese Schriften dort versteckt wie viele irrtümlich glauben,sondern bei der Zerstörung des Tempels ca 60 nach Christus ,durch die Römer.
    Gottes Segen und liebe Grüsse

    NACHTRAG:
    https://www.archive.org/stream/koptischgnostisc00schmuoft#page/n20/mode/1up

    Hier noch die Quelle der Datierung der von die zitierten Schrift „pistis Sophia „

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