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Wer waren die Archonten?

Unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut , sondern geht gegen die Mächte der Welt und die Geister der Bosheit.`

Die Frage „Wer waren die Archonten“ ist zunächst einmal etwas irreführend. Die Archonten sind „Wesen“ oder „Kräfte“, welche in den gnostischen Schriften auftauchen und als Gegenspieler zum Guten gesehen werden können. Nehmen wir an die Theorie stimmt, dann müsste man folglich davon ausgehen, dass es diese Archonten noch immer gibt und sich fragen „Wer sind die Archonten?“. Im Internet finden wir viele teilweise ziemlich beängstigende Angaben zu den Archonten, welche zuletzt nochmal durch die Veröffentlichung „Der verratene Himmel“ von Dieter Broers an Aufmerksamkeit gewannen. Demnach sind die Archonten intrapsychische Wesen, welche unseren Geist manipulieren und uns beherrschen wollen. Verständlich, wenn der ein oder andere an dieser Stelle direkt aussteigt. Wenn wir jedoch von einem globalen Bewusstsein ausgehen, dann können wir uns auch die spirituelle Frage stellen, ob nicht nur wir Menschen an diesem Bewusstseinsfeld mitwirken, sondern möglicherweise auch andere „Wesen“. Zum Verständnis: In einem solchen globalen Bewusstseinsfeld könnte der Geist einer Person womöglich mehr wie ein Radio funktionieren, welches „Gedanken“ empfängt (und auch sendet). Indizien für eine solche Theorie gibt es viele, von subjektiven Erlebnissen wie Gedankenübertragungen (übrigens auch von Uri Geller in Experimenten nachgewiesen, in denen er eine Zahl mittels Gedanken an einen Versuchsteilnehmer sendete und dieser diese korrekt aufzeichnete) bishin zu objektiven Messmethoden des Kollektivs wie dem Global Consciousness Projekt der Princeton Universität.

 

Dass wir als Individuen keine totale Kontrolle über unsere Gedanken haben weiss wohl jeder aus eigener Erfahrung, in der Psychologie wird dieses Mysterium oft mit dem Unterbewusstsein erklärt. Das Unterbewusstsein Modell suggeriert jedoch meist, dass wir in unseren geistigen Vorgängen letztlich doch ein abgeschlossenes System bilden. Von diesem Standpunkt her ist es sicherlich Unsinn von Archonten als eigenständige Wesen zu sprechen, welche unseren Geist manipulieren. Ein Psychologe würde wahrscheinlich behaupten, dass die Archonten Projektionen aus dem Unterbewusstsein sind für verdrängte Triebwünsche, Aggressionen etc.. So sehr ich diesen Standpunkt auch respektiere, er stellt mich nicht gänzlich zufrieden, weil er die intersubjektiven Zusammenhänge (und das Bewusstseinsfeld) ausblendet. Gehen wir davon aus, dass es ein Bewusstseinsfeld gibt, dann ist es auch möglich, dass wir darin von Kräften manipuliert werden, da nicht alle Gedanken und Emotionen allein aus uns entspringen. Daher hat mich dieses Thema beschäftigt und ich bin den Quellen der Gnostikern gefolgt, um die Frage zu klären: Wer sind die Archonten und wie kann ich mir die Interaktion mit ihnen vorstellen?

 

Die Evolution der Gnostiker

Man kann die Archonten nicht begreifen, wenn man sich nicht mit der Evolutionsgeschichte der Gnostiker beschäftigt. Die Gnosis hat eine ähnliche Schöpfungsgeschichte wie das Christentum, ist jedoch an gewissen Kernpunkten fundamental verschieden. Leider sind die gnostischen Schriften damals von fanatischen Andersdenkenden verbrannt worden. De Facto ist die Ausrottung des gnostischen Wissens ein beispielloser Vorgang in der Geschichte, in dem fast alle Aufzeichnungen verloren gingen. Im Dezember 1945 wurden in Ägypten die Nag Hammadi Schriften entdeckt, wodurch ein Teil des Wissens wieder auftauchte. Als weitere Quelle meiner Untersuchungen dient mir das Werk „Pistis Sophia“ von Carl Schmidt. Es gibt zu dem Schöpfungsmythos recht umfangreiche Textstellen, die ich in aufklappbaren Modulen integrieren werde, für jene, welche sich ausführlicher damit beschäftigen möchten.

 

Am Anfang aller Dinge lag laut den Gnostikern die göttliche Vernunft, welche durch das Wort das All schuf, dessen Haupt Christus ist. Die Basis des Alls bilden 12 Äonen/Lichter, eine von Ihnen ist Sophia (Weisheit). An dieser Stelle ist alles noch rein geistig und es gibt keine materielle Manifestation. Die 12 Lichter tun alles in Übereinstimmung mit dem großen Geist.

 

Apokryphon des Johannes Schöpfungsmythos


Das All, die vier Lichter, die 12 Äonen
(LJ 108-110, D 79-82)

Die Vernunft will ein Werk vollbringen und durch das Wort wird das All geschaffen, dessen Haupt Christus ist. Die drei Wille, Gedanke, Leben stellen sich zu ihm. Die Basis des Alls bilden die vier Lichter bzw. Erleuchter

-Armozel, die Gnade mit den drei Äonen Gnade, Wahrheit, Form,
-Oriael, die Wahrnehmung mit den drei Äonen Wahrnehmung, Einsicht/Reflexion (=Epinoia), Erinnerung,
-Daveithai, das Verstehen mit den drei Äonen Verstehen, Liebe, Idee/Bild,
-Eleleth, die Weisheit mit den drei Äonen Weisheit (=Sophia), Vollkommenheit, Friede,

zusammen die 12 Äonen, die zu Christus, dem Sohn gehören.

Über die vier großen Erleuchter werden gesetzt:

-Pigera-Adamas, der vollkommene Mensch (wiederum!), die erste Offenbarung, die Wahrheit,
-sein (Pigera-Adamas´) Sohn Seth,
-die Nachkommenschaft des Seth und die Seelen der Heiligen,
-die Seelen derer, die das Pleroma (= die Fülle) nicht kannten.

Sophia jedoch verliebt sich in ihr Angesicht und möchte sich selbst in Erscheinung treten lassen (übrigens eine schöne Anspielung auf den Mythos des Narziss, welcher sich in sein Spiegelbild verliebt). Sie tut dies jedoch erstmals ohne Übereinstimmung mit dem großen Geist und es entsteht ein unvollkommenes Werk mit einem Löwengesicht. Sie nennt es Jaldabaoth (an anderen Stellen auch Authades genannt), sie stößt ihn erschrocken von sich weg. Somit ist der erste Archon (Herrscher) erschaffen mit der göttlichen Kraft seiner Mutter, aber zugleich getrennt und ohne Zustimmung des großen Geistes. Da dieser nun selbst die Schöpfungskraft besitzt erschafft dieser wiederum sich 12 Archonten, welche sich wiederum sieben Kräfte und diese wiederum sich Engel schaffen.

Schöpfung Jaldabaoth

Die Sophia und Jaldabaoth
(LJ 110-114, D 82-88)Die Sophia will ein Bild aus sich selbst in Erscheinung treten lassen, ohne Zustimmung des Geistes. Da sie aber die Macht hat, entsteht ein unvollkommenes Werk mit einem Löwengesicht. Sie nennt es Jaldabaoth. Er ist der erste Archon (= Herrscher). Die Sophia stößt ihn von sich weg, aber Jaldabaoth hat große Kraft von seiner Mutter.Jaldabaoth schafft sich selbst 12 Archonten (Herrscher). Diese schaffen sich sieben Kräfte und die Kräfte schaffen sich Engel. Jaldabaoth verteilt sein Feuer unter ihnen, ist Herr über sie und nennt sich selbst „Gott“ – einen neidischen Gott, neben dem es keinen anderen Gott gibt.Er benennt die sieben KräfteAthoth – Güte
Eloaio – Vorhersehung
Astraphaio – Göttlichkeit
Jao – Herrschaft
Sabaoth – Königreich
Adonein – Begierde
Sabbateon – WeisheitSeine Ordnungen entsprechen dem Abbild der ersten Äonen, jedoch nicht, weil er die Unvergänglichkeit sehen kann, sondern wegen der Kraft seiner Mutter (Sophia), die in ihm ist.Als die Sophia sieht, welchen Fehler sie begangen hat (sie hatte ohne Zustimmung des Geistes und ohne Zustimmung ihres Paargenossen gehandelt), bereut sie. Sie wird von Finsternis und Unwissenheit überwältigt und schämt sich und weint. Das Pleroma (= die Fülle) hört ihre Buße und bittet den Geist. So wird ihr Paargenosse zu ihr geschickt, damit sie ihren Fehler berichtige.Aus https://de.wikipedia.org/wiki/Apokryphon_des_Johannes
Eine der Abblidungen des Jaldaboath ist diese – ein Löwenkopf mit Schlangenkörper. In der „Pistis Sophia“ wird von einem Drachen gesprochen.
Lion-faced_deityA lion-faced deity found on a Gnostic gem in Bernard de Montfaucon’s L’antiquité expliquée et représentée en figures. by Bernard de Montfaucon en 1722 at Wikipedia
Anschließend dringt aus den göttlichen Äonen ein Impuls in die Sphäre Jaldabaoths vor „Lasst uns einen Menschen schaffen und ihn Adam nennen“.
Man sieht an dieser Stelle, warum die Gnostiker so wehement verfolgt wurden – der „Schöpfer“ der materiellen Welt ist in diesen Schriften Jaldabaoth, allerdings ist die Idee des Menschen von Gott gesendet. Es folgt ein weiterer Schöpfungsmythos – die Archonten (die Diener des obersten Archon Jaldabaoth) entfalten ihre Kräfte (welche Dämonen genannt werden) zum einen über die Materie durch Hitze, Kälte, Nässe und Trockenheit als auch durch die Psyche in Form von Lust, Begierde, Trauer und Furcht.

Kräfte der Archonten

Aus der Höhe der erhabenen Äonen dringt ein Impuls – Stimme und Bild des Menschen – in die Sphäre Jaldabaoths. Dies veranlasst Jaldabaoth: „Lasst uns einen Menschen schaffen…“, „lasst ihn uns Adam nennen“.

Nun folgt einen lange Aufzählung schaffender Kräfte bzw. Engel und ihrer Werke:

Sieben Kräfte (siehe oben) schaffen sieben Seelen.
Dutzende namentlich benannte Engel schaffen einzelne Organe, wobei auffällt, dass auch innere Organe detailliert aufgezählt werden, sowie dass die Schöpfung androgyn ist, also beide Geschlechtsmerkmale enthält.
Sieben Herrscher sind über die vorhergehenden gesetzt.
30 Engel werden als Wirksamkeit in den Organen und Gliedern benannt.
Wiederum sieben herrschen über diese.
Fünf benannte Kräfte haben die Aufsicht über Bewusstseinsfunktionen: Sinneswahrnehmung, Aufnahme, Vorstellungskraft, Harmonie, Bewegung.
Die Quelle der Dämonen (= Kräfte), die im Körper sind, ist Hitze, Kälte, Nässe, Trockenheit, es werden vier Kräfte oder Prinzipien benannt, die Herr über diese vier sind.
Die Mutter von allen ist die Materie, unbegrenzt und wahrhaft.
Es werden vier führende Dämonen benannt, die psychischer Natur sind: Lust, Begierde, Trauer, Furcht, sowie mehrere jeweils abgeleitete Leidenschaften.
Die Zahl der Engel ist 365.
Die Aufzählung endet mit einem Hinweis auf das Buch des Zoroaster, in welchem auch die Kräfte bzw. Engel benannt sein sollen, die hier nicht aufgezählt wurden.

Die Archonten sind demnach eifersüchtige „Wesen“, welche den Menschen in der Region der Materie halten, weil der Mensch die Kräfte eben jener übersteigt. Der Mensch hat den Funken Gottes in sich und die Archonten sind aus dem göttlichen Reich herausgefallen als Unfall der Schöpfung durch Sophia. Selbst in der Weisheit übersteigt der Mensch die Archonten, da Jaldabaoth diese versehentlich auf den Menschen übertrug:

Adam ist für lange Zeit bewegungslos. Auf die Bitte der Sophia an den Mutter-Vater des Alls, ihre Kraft aus dem Ersten Archon (Jaldabaoth) zurückzuerhalten, wird diesem der Rat gegeben, etwas von seinem Geist in Adams Gesicht zu hauchen. Er weiß nicht, dass es die Kraft seiner Mutter ist, und befolgt den Rat. Daraufhin bewegt sich Adam, erhält Kraft und leuchtet.

In diesem Moment werden die Archonten und Engel der Schöpfungshierarchie Jaldabaoths eifersüchtig, weil sie erkennen, dass das Denken Adams ihr eigenes übersteigt. Daher werfen sie ihn hinab in die Region an der Unterseite der Materie.

Daraufhin entsendet Gott eine „Licht-Einsicht“, welche ihn über seine Vergangenheit belehrt und den Weg zurück zu seiner Göttlichkeit weist.

Der Mutter-Vater des Alls sendet Adam eine Licht-Epinoia zur Hilfe, die Leben genannt wird. Sie belehrt ihn über sein Herabkommen und den Weg zurück, um den Fehler der Mutter (Sophia) zu bereinigen.

Die Archonten sind davon natürlich alles andere als begeistert und überlegen sich, wie sie die Herrschaft über „ihre“ Schöpfung zurückgewinnen können. Ihre Hauptmotive sind aufgrund der Erhabenheit des Menschen und ihrer eigenen Ausgeschlossenheit vom Göttlichen scheinbar Herrschaft und Unterdrückung der Weisheit. Um die Einsicht des Menschen in seine Göttlichkeit zu verhindern machen die Archonten Adam sterblich und lassen ihn somit vergessen.

Sie nehmen die vier Elemente, mischen sie zusammen und bringen Adam in den Schatten des Todes. Dies ist die Fessel des Vergessens.

Sie setzen ihn ins Paradies und befehlen ihm zu essen. Offenbar hat er vorher kein Essen nötig gehabt (ähnlich dem Samadhi Zustand). Der göttliche Funke jedoch, die „Epinoia des Lichts“ bleibt erhalten und weckt Adam auf.

Aber die Epinoia des Lichts in ihm weckt sein Denken auf.

Und die Archonten gaben ihm Anweisung, und sie sagten: ,,Von [allen] Bäumen, die im Paradies sind, sollst du essen. [Von] dem Baum der Erkenntnis des Guten (30) und des Bösen aber iß nicht, und [rühre] ihn auch nicht an, denn an dem Tage, wo ihr [von] ihm essen werdet, werdet ihr des Todes sterben!„ Sie […] dies, wissen nicht, was [sie] ihm [gesagt haben]. Aber nach dem Willen des Vaters ( 89.1) haben sie es in dieser Weise gesagt, damit er essen möge und damit Adam sie *nicht* sehe wie einer, der gänzlich stofflich ist. (Quelle)

Es sind scheinbar einige Stellen des originalen Textes unlesbar, deshalb sind manche Sätze merkwürdig gehalten. Laut Gnostikern hat Gott also den Menschen dahin geführt vom Baum der Erkenntnis zu essen, um die Archonten in ihrer wahren Gestalt außerhalb des materiellen zu sehen. Wir haben also eine Vertauschung des biblischen Schlangenmotivs hin zu einer göttlichen Eingebung. Auch der Baum des Lebens in dem gnostischen Paradies ist ganz anders, als in den üblichen Überliefungen berichtet, seine Attribute sind:

Betrug, Gottlosigkeit, Gift, Tod, Bitterkeit, Hass, Schlechtigkeit, Finsternis.

Die Gnostiker sind also sehr asketisch in ihrer Weltsicht und betrachten die Verlockungen der Welt eher als Fesseln des niederen Geistes. Ganz ohne Reiz ist eine solche Lehre nicht, man könnte meinen dies entspricht mehr und mehr dem Zustand unserer derzeitigen konsumorientierten Welt, welche sich in einem omnipräsenten Egoismus offenbart. Nach gnostischem Verständnis einer von Archonten verführten Welt.

Der Baum der Erkenntnis ist in der gnostischen Überlieferung eben jene „Epinoia des Lichts“. Die Archonten können Adam trotz aller Bemühung scheinbar nicht von der Erkenntnis abhalten und setzen die Schlange ein, um die Erkenntnisfähigkeit zu niederen Zwecken einzusetzen:

Mittels der Schlange versucht Jaldabaoth, Adam zu eigenmächtig-schöpferischem / sexuellem (je nach Übersetzung) Missbrauch dieses Vermögens zu verleiten.

Weiter wird berichtet:

Jaldabaoth will seine Kraft und insbesondere die Epinoia des Lichts aus Adams Rippe heraus holen. Aber die Epinoia des Lichts kann nicht ergriffen werden und Jaldabaoth bringt nur einen Teil seiner (eigenen) Kraft heraus. Nach dem Bild der Epinoia gestaltet er eine Frau und bringt den Teil der Kraft aus Adam in das Gebilde hinein. Als Adam die Frau neben sich sieht, tritt die Licht-Epinoia in Erscheinung, so dass Adam (wieder) erkennt.

Die Sophia ist herab gekommen, um ihren Fehler zu berichtigen, daher wird sie Leben genannt bzw. Mutter der Lebenden (= Zoe, Eva). Christus erscheint als Adler auf dem Baum der Erkenntnis, um beide aus der Tiefe des Schlafs zu erwecken und ihr Denken aufzurichten.

Somit wird ein heiliger Bund zwischen Mann und Frau beschrieben, der zu tieferer Erkenntnis führen kann. Das Bemühen Jaldaboaths dem Menschen seinen göttlichen Funken auszutreiben und die Überlegenheit des Menschen ein für allemal zu beenden (um seine Alleinherrschaft sicherzustellen) ist gescheitert.

Als Jaldabaoth bemerkt, dass sie sich von ihm entfernen, stellt er sich vor seinen Engeln in seiner Unwissenheit bloß und wirft Adam und die Frau aus dem Paradies und kleidet sie in dunkle Finsternis.

Weiter wird im Apokryphon des Johannes (Nag Hammdi) gesagt:

Der Erste Archon (Jaldabaoth) sieht, dass die Licht-Epinoia Leben in der Frau in Erscheinung treten lässt und will sie beflecken. Die Pronoia des Alls veranlasst, dass zuvor Leben aus Eva genommen wird. Aus der Befleckung gehen zwei Söhne hervor: Eloim und Jave. Jaldabaoth nennt sie mit einer bestimmten Absicht Kain und Abel (dies sind die Namen des sechsten und siebten der zwölf Archonten, die Jadabaoth zu Anfang erschafft).

Bezüglich des Beischlafs und der sexuellen Begierde gibt es einen bedeutsamen Unterschied bei den deutschsprachigen Übersetzungen:

  • „Bis zum heutigen Tag dauert der sexuelle Beischlaf durch den Ersten Archon an. Und er pflanzte sexuelle Begierde in die, die zu Adam gehört.“ (Lüdemann & Janßen)[3].
  • „Bis zum heutigen Tage blieb die Einrichtung des Beischlafs, die der Erste Herrscher begründet hatte, erhalten. Er hatte Zeugungsbegierde [in Adam] gelegt.“ (Dietzfelbinger)[4].

Durch den Beischlaf werden die Bilder der Körper erweckt.

Auch hier wird der asketische Aspekt der Gnosis deutlich. Die Triebe werden der bösen Verführung zugeschrieben, was in der heutigen emanzipierten Zeit wohl schnell auf Unverständnis stößt. Allerdings kann man nicht leugnen, dass die Sexualität eine dunkle Seite hat, scheinbar ein Eigenleben führt abseits der alltäglichen Vorstellungen.

Die „Bilder der Körper“ könnte auch eine Anspielung auf ein holographisches Universum sein, in welchem uns die Identität mit einem Körper als Illusion entpuppt, da wir in erster Linie geistige göttliche Wesen sind. Durch den Akt der Zeugung, welche laut Blavatski in den vorigen Rassen nicht durch Begehren und Lust begleitet war, verführt der erste Archon den Menschen zu einem körperlichen Dasein, um seine geistigen Fähigkeiten zu vergessen.

Passend dazu wird berichtet:

Der Erste Archon (Jaldabaoth) lässt sie Wasser des Vergessens trinken, so dass sie nicht wissen, woher sie gekommen sind. Wenn aber der Geist aus den heiligen Äonen herab kommt, erheben sie sich.

Was könnte das Wasser des Vergessens sein?

Was ist das Vergessen?„ Und er sagte: ,,Es ist nicht, wie Moses schrieb und du gehört hast. Denn er sagte in seinem ersten Buch: ,Er brachte ihn in den Schlaf.` Vielmehr (25) (war es nur) in seinen Wahrnehmungen, (daß er schlief). Denn er sagte durch den Propheten: ,Ich werde ihre Herzen schwer machen, damit sie nicht aufmerksam sind und nicht sehen.` Darauf versteckte sich die Epinoia des Lichtes in ihm

Das Wasser scheinen die Tränen der Trauer zu sein, welche durch das Schicksal (später Heimarmene genannt) genährt werden.

Weiter wird über die Wege der Seelen berichtet, wobei hier eine ziemlich nüchterne Darstellung der Himmel- und Höllenszenarien überliefert wird:

Dialog zwischen Jesus und Johannes über die Wege der Seelen:

-Diejenigen, deren Lebensschwerpunkt dem Geist des Lebens entspricht, werden das Gute vollenden und das ewige Leben erben.

– Diejenigen, in denen der Geist des Lebens wirkt, die aber nicht die Werke tun, werden gerettet werden zur Ruhe der Äonen, auch wenn sie zuvor durch den verachteten Geist auf Irrwege geführt wurden. Bezüglich der Irrwege wird über Bedingungen und Verhältnisse der Reinkarnationsfolge gesprochen.

-Diejenigen, die erkannt und sich dennoch abgewandt haben, gehen zu einem Ort, zu dem die Engel der Armut gehen, zu einem Ort ohne Umkehr. Die den heiligen Geist gelästert haben, werden dort mit ewiger Strafe bestraft.

Über die Mittel der Archonten wird berichtet:

Der Erste Archon (Jaldabaoth) will das Denken der Menschen beherrschen, weiß jedoch nicht, dass dies nicht möglich ist. Er und seine Mächte brechen die Ehe mit Sophia und ein bitteres Schicksal (Heimarmene) wird durch sie gezeugt. Aus jenem Schicksal entstehen alle Sünden, das Unrecht, die Gotteslästerung, die Fessel des Vergessens, die Unwissenheit, jede schwierige Anordnung / jede falsche Ordnung (je nach Übersetzung), die große Furcht. Das Schicksal fesselt mit Maßen, Zeiten und Zeitpunkten.

Die Interaktion mit den Archonten spielt sich also im Denken ab, ist also nur indirekt eine Herrschaft innerhalb der Materie. Das Schicksal, fesselt mit

Maßen – gemeint ist hier denke ich der Vergleich. Wann immer ein Maßstab oder ein Ideal postuliert wird, beispielsweise ein Schönheitsideal, so werden die Menschen dadurch gefangen und ihr Denken wird davon eingenommen und vom göttlichen ihrer Selbst abgelenkt hin zur Anpassung.

Zeiten – ich denke hiermit ist gemeint, dass wir durch den Lebenszyklus nur eine bestimmte Zeitspanne haben, um die göttliche Erkenntnis wiederzuerlangen.

Zeitpunkten – hiermit könnte gemeint sein, dass wir alle in Ungleichheit geboren wurden und die Winde des Zeitgeistes über uns wehen. Mussten beispielsweise vorige Generationen Kriege miterleben oder aktuell die Flüchtlingskrise, so lenkt dies immer wieder den Fokus von unserer Bestimmung ab.

Jaldabaoth bereut alles und will es mit einer Flut vernichten. Dies wird Noah aus der Höhe mitgeteilt, der sich mit vielen anderen Menschen des nichtwankenden Geschlechts in einer Lichtwolke verbirgt.

Gemeint ist hier vermutlich die Sintflut.

Fassen wir kurz zusammen:

Die Archonten sind neidisch auf die Menschen, weil die Menschen den göttlichen Funken innehaben und gottgewollt sind, im Gegensatz zu ihrer Schöpfung. Sie versuchen uns daher in die materielle Welt zu binden. Das geschieht in erster Linie auf geistiger Ebene, aber auch durch materielle Manipulation, beispielsweise durch die Sterblichkeit. Einige Stellen im Internet sagen jedoch auch, dass Archonten sich in dieser materiellen Welt manifestieren in Form von Ausserirdischen oder Reptiloiden. Findet man dazu ebenfalls Überlieferungen?

 Weiter zu Teil II

4 Responses to Wer waren die Archonten?

  1. Dragon Man sagt:

    Das ist genauso abstrus wie die Atlantis Theorie. Ein von Menschen erdachtes Phantastikum, einfach, weil wir eine reiche Phantasiefähigkeit haben. Es spielt somit keine Rolle, welche Inhalte diese Geschichten haben. Von allen diesbezüglichen Ideen gefällt mir immer noch du Ursprungsversion der Sumerer, die der Göttin Inanna eine zentrale Rolle in der Liebe und der Sexualität gibt. Es ist egal, ob es diese Göttin jemals gegeben hat. Alles sind Phantasieprodukte – auch die Religionen – und wir dürfen uns für die uns zuträgliche Version entscheiden als ob es um die Wahl zwischen linksdrehendem oder rechtsdrehendem Joghurt handelt

    • Suchtfrei sagt:

      Bald seit einem halben Jahrhundert befasse ich mich mit solchen Themen, da lernt man fühlen. Also mein Gefühl sagt mir nichts von abstrus und Phantastikum, worauf soll sich dieses denn beziehen, das steht da nicht – DRAGON MAN? Phantasiefähigkeit, Phantasieprodukte, hast Du, haben Sie den Artikel/die zwei Teile nicht genau gelesen? Genau diese fehlende Phantasie ist ja einer der Schlüssel welcher den Achonten fehlt, Sie sind einfältig, unser Glück, also keine Furcht. Ich lebe seit Jahren als Liquidarian und verstehe den Vergleich mit dem Yogkurt nicht so ganz, der passt hierher wie die Faust aufs Auge, haha. Adam wurde das Essen befohlen, ich musste an der Stelle laut lachen LOL, denn irgendwann muss das ja begonnen haben mit der Völlerei. Wem in den Texten hier nicht mehrere Kronleuchter zugleich auf-/angehen, der soll beim Jogkurt bleiben und blutige Steaks essen, weiter rauchen und Alk trinken und kiffen, damit die Achonten ihn leichter übernehmen und somit bestens beeinflussen können, damit bessere Kritiker daraus werden? Dragon Man keinesfalls böse sein, es soll kein persönlicher Angriff sein, nur Bewusstsein schaffen, damit man so einen perfekten und ausgezeichneten Beitrag keinesfalls voreilig schlechter macht als überhaupt ist. Das hier geschriebene ist 1A.

      • Maka sagt:

        In der Tat! 1A Artikel! Ich bin ganz zufällig auf diese Seite gestoßen, habe den Artikel gerade fertig gelesen : Diese hier ist eine klare, ernsthafte, sympathische Art des Denkens <3 Ich freue mich hier weiter lesen zu können. Danke! <3

  2. Engel sagt:

    Fotos über die Archonten, die auch als die kleinen Grauen bezeichnet werden, kann wohl kaum jemand beibringen und Reptiloide, wie auch Insektoide sind sehr wohl bekannt. Schon in den uralten indischen Texten im Ramayana wurden sie, die Reptiloiden ausführlich beschrieben. Abbildungen in Form von Statuen kann man in Thailand vor einigen berühmten Tempel sehen, wie auch in der Abflughalle des Suvarnabhumi Flughafens in Bangkok stehen sehen. Wünsche Dir lieber nicht ihnen zu begegnen. Was David Icke betrifft, kann ich aus meinen eigenen Erfahrungen sagen, dass ich was seine Aussagen über diese betrifft zustimmen muss.

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